
Warum sind wir abends erschöpft, obwohl wir keine Säcke geschleppt haben?
Kommt Ihnen das bekannt vor? Den ganzen Tag wollte man sich an Wichtiges setzen – Projekt, Sport, Englisch. Abends angekommen, ist nur noch eines da: „Irgendwie müde, na gut, morgen.“ Und so im Kreis.
Ich selbst dachte lange, ich sei einfach faul. Aber dann habe ich verstanden: Es liegt nicht an Faulheit oder Alter. Wir schleppen einfach einen Haufen unerledigter Altlasten mit uns herum. Das ist wie eine Yacht, deren Rumpf lange nicht gereinigt wurde: Es setzt sich Algenbewuchs an, der deine Energie frisst, noch bevor du den Motor gestartet hast.
Schauen wir uns die vier Hauptenergieräuber an, auf die wir alle gelegentlich stoßen. Und gleich dazu – was man dagegen tun kann.
1. Unerledigte Entscheidungen.
Jedes „Ich habe mich entschieden, aber nicht zu Ende gebracht“ hängt als Hintergrundprozess und frisst leise den Arbeitsspeicher im Kopf. Zehn solcher kleiner offener Posten – und du startest den Tag bereits mit 50 % Ladung.
→ Was tun: Schreibe alles Unerledigte auf Papier. Dann für jeden Punkt eines von drei Dingen: sofort erledigen, eine Frist setzen oder ehrlich ablehnen. Ohne Termin belastet die Aufgabe unterbewusst. Mit Termin lässt sie los.
2. Fremde Ziele.
Das Heimtückischste. Wir rackern, geben Vollgas, aber das Ziel ist eigentlich nicht unseres – wir haben das Projekt übernommen, weil die Nische gerade angesagt ist, oder den Bedingungen zugestimmt, weil „es am Markt so üblich ist“. Und der Clou: Erreichst du dein eigenes Ziel – bekommst du Dopamin und Genuss. Erreichst du ein fremdes – null. Leere.
→ Was tun: Überprüfe deine Ziele mit der Frage: „Ist das wirklich meins oder habe ich mich dahin verirrt?“ Fremde streiche ohne Mitleid. Energie lebt nur dort, wo das Ziel echt ist.
3. Menschen ohne Vereinbarungen.
Wo es keine klaren Regeln gibt, beginnt jeder Tag bei Null. Ein Mitarbeiter ohne KPIs bemüht sich aufrichtig, dich glücklich zu machen, versteht aber nicht wie, und du verschwendest Energie aufs Nachsteuern. Partner ohne Grenzen überschreiten Fristen.
→ Was tun: Vereinbare einmal. KPIs mit dem Team, Grenzen mit Partnern. Sobald Schuld und Groll auftauchen – das ist eine rote Flagge: Setzt euch hin und sprecht es aus. Sonst verbrennt dieses Paar Energie am schnellsten.
4. Keine starke Idee.
Der Hauptenergieräuber. Kennen Sie das Gleichnis von den drei Steinträgern? Einer „schleppt Steine“, der zweite „verdient Geld“, der dritte „baut einen Tempel“. Beim ersten sind die Steine buchstäblich schwerer. Ohne eine große Idee fragt das Team jeden Tag stillschweigend „Warum machen wir das?“, und du arbeitest als Hauptmotivator auf Gehalt.
→ Was tun: Formuliere die Idee, für die das alles aufgebaut wird. Dann werden die Steine leichter – für dich und das Team.
Energie ist nicht nur „mehr schlafen und Vitamine nehmen“. Manchmal liegt es woanders: Wir segeln einfach zu lange mit schmutzigem Rumpf. Räumst du das Überflüssige weg – hast du plötzlich wieder den Antrieb, mit dem man normal leben und arbeiten kann.
Und welcher der vier Punkte frisst bei Ihnen am meisten? Schreiben Sie ehrlich in die Kommentare 👇
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