#Horror

Ich habe die dritte Staffel von The Terror gesehen [vor 3 Wochen] und muss sagen, dass ich nicht ganz verstehe, warum viele sie so heftig kritisieren. Ich habe die Staffeln 1 und 2 nicht gesehen, also habe ich keinen Vergleich, wie es früher war, und da das Projekt eine Anthologie ist, macht das meiner Meinung nach auch keinen Sinn.

Jede Staffel wurde mit unterschiedlichen Zielen entwickelt. Den Ankündigungen nach erzählten die ersten beiden von der Vergangenheit, während die dritte – die modernste – uns in Bezug auf Zeit und Handlungsort vertraut ist. Das heißt, schon auf der Ebene der Idee, Zeit und des Schauplatzes funktioniert jede Staffel anders und basiert auf ihrer eigenen Vorlage: Die 3. Staffel mit dem Untertitel „Der Teufel in Silber“ basiert auf dem Roman von Victor LaValle, der zusammen mit dem zweiten Showrunner Chris Cantwell an der Entwicklung beteiligt war.

Noch ein bisschen Namedropping: Karyn Kusama – diejenige, die „Jennifer's Body“ und vieles mehr gedreht hat – inszenierte hier mehrere Episoden. Und Dan Stevens hat erneut bewiesen, dass verrückte Rollen sein Ding sind [persönlich erinnerte er mich hier an seinen Charakter aus „Legion“].

Was die Staffel selbst betrifft, würde ich sie kurz als eine dunklere, düsterere und modernere Adaption von „Einer flog über das Kuckucksnest“ bezeichnen. Anscheinend ließ sich LaValle von diesem Roman inspirieren, als er seinen schrieb.
Der Protagonist hier ist aufbrausend und kann Probleme nicht anders als mit Fäusten lösen – das komplette Gegenteil von McMurphy, aber ansonsten sind Atmosphäre und sozialer Subtext ähnlich.

Nur in „The Terror“ gibt es Mystik, Monster aus der Lüftung, seltsame Tunnel in den Wänden und einen Teufel, der die Menschen buchstäblich von innen quält.
Darüber hinaus kritisiert die Staffel die Polizei, die Gesellschaft für Gleichgültigkeit und Ignoranz nicht nur gegenüber Problemen, sondern auch das Fehlen einfacher Menschlichkeit. Und meiner Meinung nach zieht sie eine implizite Parallele zwischen Ratten und den Bewohnern New Yorks.

„Der Teufel in Silber“ ist einfach ein atmosphärisches Mystery-Drama, meiner Meinung nach nicht schlechter als die letzten Stephen-King-Serien. Die Staffel hat alles Nötige – Angst vor der Dunkelheit, Geheimnisse, Spannung, Verwischung der Grenzen zwischen Realität und wahnsinniger Fantasie. Die Charaktere sind ambivalent, und das Finale kann man kaum als volles Happy End bezeichnen. Insgesamt 6 Folgen à 42-45 Minuten. Man kann am Wochenende schön den Kopf ausschalten.

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