#Horrorfilme

"Tal der Freude" (2025, Italien, Slowenien)

Ich lerne weiterhin europäisches Kino kennen, diesmal dank @worldpicturesrus, die einen italienischen Post-Horror mitgebracht haben, der vom Vibe her an mehrere Filme gleichzeitig erinnert – „Silent Hill“ [für mich am wenigsten], „Midsommar“ und „The Returned“

Meiner Meinung nach gibt es hier zwei Bedeutungsebenen. Die erste, einfachere, besagt, dass jede Handlung ihren Preis hat, und manchmal müssen nicht nur wir, sondern auch andere zahlen, die unfreiwillig Teil einer fremden [unserer] Geschichte geworden sind. Es fällt mir ein Satz ein: Deine Freiheit endet dort, wo die Freiheit eines anderen beginnt.
Die zweite Ebene handelt von der Verarbeitung von Trauma und Trauer, von dem Versuch, vor dem Schmerz davonzulaufen, anstatt ihn zu akzeptieren und diese traumatische Erfahrung zu einem Teil von sich zu machen. Eine Ebene ergibt sich aus der anderen.
Erinnerung wird hier nicht als Rettung oder Trost dargestellt, sondern als unkontrollierbare Kraft, die einen Menschen in Alpträumen und Schmerz gefangen hält und ihn zu seinem eigenen schlimmsten Feind macht.
Auch der Glaube wird hier nicht als Quelle der Stärke, sondern als Quelle von Schmerz und allgemein des Bösen gezeigt.

Wie „Midsommar“ erforscht „Tal der Freude“ menschliche Traumata auch durch kollektive Erfahrung [nicht nur als persönliche] und zeigt, was passieren kann, wenn eine Gemeinschaft sich weigert, die Vergangenheit anzunehmen, und versucht, die Zukunft auf einer sauberen, unpersönlichen Tafel aufzubauen. Allerdings erfolgt bei Aster die Reinigung von der Vergangenheit durch Feuer, während „Tal der Freude“ einen sanfteren Ansatz wählt.

Eigentlich ist „Tal der Freude“ mehr Drama als Horror. Im Vergleich zu gewohnten amerikanischen Post-Horror-Filmen ist hier nicht wirklich eine starke Spannung zu spüren. Mancherorts ist der Film sogar langatmig und es fehlt an Dynamik, um einen so zu treffen wie „Midsommar“ oder „The Returned“. Dennoch ist es ein interessantes und ethisch widersprüchliches Kino über Sekten, Realitätsflucht und Menschen, die zu allem bereit sind, nur um ihrem Schmerz nicht zu begegnen. Und Atheisten wie ich werden vielleicht auch eine Religionskritik sehen.

Ich denke, Liebhaber von Post-Horror werden „Tal der Freude“ mögen

Ab dem 9. Juli bereits in unserem Verleih im ganzen Land

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