Das Action-Genre begrüßt uns 2026 mit der üblichen Mischung: Jemand ächzt gemächlich in den Ruhestand, jemand rettet seine Tochter, jemand verwandelt einen Mopp in eine Rachewaffe, und jemand will einfach nur Mensch bleiben, nachdem er einem Roboter begegnet ist. Unsere Auswahl umfasst sechs Filme und sechs Möglichkeiten, Freude an den Kämpfen auf der Leinwand zu haben. In manchen Fällen ist es sogar interessant, in anderen einfach laut, aber langweilig wird es bestimmt nicht.
„Lebendige Wut“, 2026

Ein neuer zahnbrechender Hongkong-Actionfilm mit den indonesischen „The Raid“-Stars Joe Taslim und Yayan Ruhian. Die Handlung des Films ist rein nominell: Ein stummer Mann rettet seine Tochter aus den Fängen von Entführern. Aber die Handlung ist hier natürlich nicht das Wichtigste. Das Wichtigste sind die vernichtenden Kämpfe, in die mit jeder neuen Runde des Genres immer mehr Alltagsgegenstände verwickelt werden, die scheinbar nicht für Körperverletzung gedacht sind (z. B. Fahrräder).
„Sie werden dich holen“, 2026

Eine ziemlich erfolgreiche Slasher-Komödie von Regisseur Kirill Sokolov im weltweiten Kino. Es ist die Geschichte eines Zimmermädchens (Zazie Beetz), das in einem exklusiven Hochhaus anheuert. Das Gebäude gehört einflussreichen New Yorkern, und natürlich ist dort nicht alles Zucker: Das Mädchen wird schnell in mysteriöse Verschwörungen mit Entführungen verwickelt, und sie wehrt sich, so gut sie kann. Und wie sich herausstellt, kann sie das sehr gut. Die Macher des Films haben „Das Zimmermädchen“ mit „John Wick“ und „Ich suche“ großzügig vermischt. Es ist dicht geworden, aber Kritiker lobten die absolute „Verrücktheit“ des Films, in dem es Platz für böse Witze und hervorragend choreografierte Kämpfe gibt.
„Normal“, 2026

Ein Paradebeispiel in der Kategorie „B“, gemacht von Leuten, die ihr Handwerk außergewöhnlich gut verstehen. Der Actionfilm von Ben Wheatley („Kill List“, „Free Fire“) ist eine elegante Mischung aus „Hot Fuzz“ und der Serie „The Shield“. Hier ist der unermüdliche Bob Odenkirk genau richtig, die Action mit Schießereien ist knackig, der düsterste Humor wird geschickt an den richtigen Stellen eingestreut, und buchstäblich aufgehängte Gewehre feuern nacheinander. Und das alles in erstaunlichen anderthalb Stunden Leinwandzeit. In letzter Zeit einer der besten Genrevertreter, ohne ernste Miene, aber mit der Sorgfalt eines Vorarbeiters, der sein Handwerk bis ins Detail studiert hat.
„Schattenjäger“, 2026

Was ist gut an asiatischen Actionfilmen? Dass sie niemanden schonen: weder die eigenen noch die anderen. Die Schläge sind authentisch, die Stunts verrückt, die Charaktere charismatisch, die Genre-Traditionen werden bewahrt. Was braucht man mehr? Denn die besten Vertreter des Genres sind diejenigen, die an der Grenze des Erlaubten arbeiten und die Notbremsen ignorieren. So auch Jackie Chan in Larry Yans neuem Film über Polizisten und Diebe: Er hält sich wirklich nicht zurück, sondern dreht trotz seines Alters die Action-Schraube weiter voll auf, ohne Angst, allen Löwen ins Maul zu schauen, die ihm mit Verletzungen, Traumata und Vergessen drohen. Obwohl Letzteres ihm sicher nicht droht, aber wer ihn ersetzen wird, ist die große Frage. Also muss er, ächzend, alles selbst machen. Und bisher gelingt es ihm.
„Kriegsmaschine“, 2026

Ein solide gemachter Actionfilm mit „Reacher“-Star Alan Ritchson in der Rolle eines Afghanistan-Veteranen, der mit Blut und Schweiß versucht, in eine Elite-Ranger-Kompanie aufgenommen zu werden. Während der Feldausbildung stößt Ritchsons kleiner Trupp jedoch auf einen riesigen außerirdischen Roboter, der buchstäblich alles um sich herum mit modernsten Waffen vernichtet. Der Film von Patrick Hughes („The Hitman's Bodyguard“) beeindruckt trotz des permanenten Pathos im Bild ein- oder zweimal mit brutalen Actionszenen, von denen die wichtigste eine mit einer Kamerafahrt gedrehte Flucht mit einem Jeep vor einer monströsen Maschine ist.
„Leckerbissen“, 2026

Ein weiterer Film über die freundschaftlichen Bande zwischen Ben Affleck und Matt Damon. Die beiden sehen auf der Leinwand so organisch aus, dass man dieses Bild endlos und in jedem Genre ausbeuten kann. Diesmal fiel das Los auf einen Polizei-Actionfilm/Detektivfilm, in dem Affleck und Damon versuchen, eine Ratte in der Einheit zu finden, wobei sie alle und jeden verdächtigen, auch sich gegenseitig. Herausgekommen ist etwas zwischen „Dragged Across Concrete“ und „Miami Vice“. Und genau dieses unklare „Mittelding“ zieht die Aufmerksamkeit am meisten auf sich und lässt hinter der Leinwand etwas wirklich Wertvolles vermuten. Man hat den Eindruck, dass die Schauspieler aktiv in den Prozess eingegriffen haben (schließlich kennen sie auch das Regie-Brot), daher ist etwas nicht ganz Verständliches, aber Kompromisshaftes entstanden.
„The Punisher“ (Spezialepisode), 2026

Jon Bernthal ist wieder in der Rolle von Frank Castle, auch bekannt als „The Punisher“ – ein unversöhnlicher und brutaler Kämpfer gegen Ungerechtigkeit. Die Spezialepisode erzählt von den Folgen von Castles Arbeit in New York. Nachdem er den Mafia-Clan der Nucci erledigt hat, schließt sich Frank in einer kleinen Wohnung ein und verliert erneut den Geschmack am Leben, geplagt von Schuldgefühlen wegen seiner getöteten Familie. In der Zwischenzeit braut sich in Little Sicily ein echtes Chaos zusammen, und auf Castles Kopf wird eine beträchtliche Belohnung ausgesetzt.
Der wie in Eile gemachte Actionfilm von Reinaldo Marcus Green kann Liebhaber von deftiger Action dennoch mit kunstvoll inszenierten Kampf- und Schießszenen erfreuen. Allerdings muss man sich bis dahin ein wenig gedulden. Bei einer Laufzeit, die kaum an eine Standard-Serienfolge heranreicht, braucht Green überraschend lange, um in Fahrt zu kommen. Während man darauf wartet, dass Castle endlich jemanden an die Wand klatscht, fragt man sich: Ist das nicht zu viel Selbstgeißelung für einen Menschen?
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