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Vor etwa 15 Jahren klang das Wort „Creepypasta“ wie etwas aus dem Teenager-Slang, das Erwachsene hörten und höflich nickten, ohne zu verstehen, worum es überhaupt ging. Heute stürmen Internetlegenden über gesichtslose Monster, verfluchte Videos und endlose Bürokorridore die Kinos und spielen Einnahmen ein, um die sie manche Superhelden-Franchises beneiden würden. Man denke nur daran, dass „The Backrooms“ – ein Film über einen Raum, der aus einem einzigen gruseligen Forenbeitrag entstanden ist – kürzlich weltweit die Marke von 380 Millionen Dollar überschritten hat. Wir schauen uns an, welche Horrorfilme die Netz-Folklore zu einem echten Kinophänomen gemacht haben – in chronologischer Reihenfolge ihres Erscheinens.

„2 AM: The Smiling Man“ (2013)

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Eröffnet wird die Liste von einem Kurzfilm, der einer der ersten wirklich erfolgreichen Versuche war, eine Creepypasta auf die Leinwand zu bringen. Die Handlung ist einfach: Ein Mann, der spätabends nach Hause geht, bemerkt einen anderen Passanten – mit einem unnatürlichen, starren Lächeln. Acht Minuten Leinwandzeit, keine überflüssige Erklärung des Geschehens und ein Monster, dessen Grusel nicht auf Spezialeffekten beruht, sondern auf einem einzigen erschreckenden Gesichtsdetail.

Gerade dieser Minimalismus wurde zum Markenzeichen des Genres: Creepypasta funktioniert am besten, wenn sie so wenig wie möglich erklärt.

„Unfriended“ (2014)

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Der Film von Levan Gabriadze spielt sich vollständig auf dem Computerbildschirm der Protagonistin während eines Videoanrufs ab, der sich allmählich in einen Albtraum mit einer vor einem Jahr verstorbenen Mitschülerin am anderen Ende der Leitung verwandelt. Die Idee entstand aus Internetgeschichten über Stalking über soziale Netzwerke.

Bei einem Budget von 1 Million Dollar spielte der Film etwas mehr als 60 Millionen ein – ein Verhältnis, bei dem jedem Produzenten das Herz schneller schlägt. Der Film bewies vor allem eines: Das Genre braucht keine teuren Spezialeffekte, es reicht zu verstehen, womit uns das Internet besser erschreckt als jedes Gummimonster.

„Always Watching: A Marble Hornets Story“ (2015)

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Die Filmcrew eines lokalen Fernsehsenders untersucht das Verschwinden einer ganzen Familie und findet eine Kiste mit alten Kassetten, auf denen eine gesichtslose Kreatur in einem dunklen Anzug zu sehen ist, die nur durch die Kameralinse sichtbar ist. Das Ansehen dieser Aufnahmen löst einen Fluch aus: Der Slender Man beginnt, die Filmcrew selbst zu verfolgen.

Der Film basiert auf der Kult-Webserie „Marble Hornets“, die maßgeblich das kanonische Bild des Slender Man für Millionen von Internetnutzern geprägt hat. Die Kritiker nahmen den Film verhalten auf, aber er war der erste, der versuchte, das amateurhafte Webformat der Creepypasta in ein vollwertiges Filmgenre zu verwandeln: Found Footage.

„Slender Man“ (2018)

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Die hochbudgetierte Studio-Version derselben Legende erzählt von vier Schülerinnen, die sich ein verfluchtes Video ansehen und unwillkürlich den langarmigen, gesichtslosen „Gentleman“ heraufbeschwören. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Films war der Slender Man bereits zum Symbol der Internet-Folklore geworden, gleichauf mit dem Boogeyman aus den Kinderschauermärchen vergangener Generationen.

Die Kritiker verrissen den Film fast einhellig, nannten ihn billig und völlig unerschreckend – eine verpasste Gelegenheit, die reiche Mythologie der Figur auszuschöpfen. Paradoxerweise war es genau dieser Misserfolg, der die Studios erkennen ließ, dass das Publikum für Creepypasta riesig ist, man solche Filme aber mit größerem Respekt vor der Quelle drehen muss, nicht nach der Schablone typischer Horrorfilme.

„The Backrooms“ (2026)

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Der Protagonist der aktuellen Kassensaison entstand aus einem einzigen Foto eines leeren Büroraums mit gelben Wänden und dem Summen von Leuchtstofflampen – ein Bild, das zu einem der bekanntesten Symbole des liminalen Horrors der letzten Jahre wurde.

Kane Parsons, der Autor der ursprünglichen Webserie, wuchs auf die volle Länge mit einem Budget von A24 und Produzenten vom Kaliber James Wan und Shawn Levy. Zur Besetzung gehören Chiwetel Ejiofor, Renate Reinsve und Mark Duplass, was für ein Projekt, das aus einem Internet-Meme entstanden ist, wie ein Märchen klingt. Der Film übertraf zu Beginn seiner Kinoveröffentlichung den Disney-Blockbuster „The Mandalorian & Grogu“ – kein schlechtes Ergebnis für eine Geschichte über einen endlosen Korridor in Gelbtönen.

Wer ist als Nächster dran?

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Wenn der Slender Man der König der Creepypasta der 2010er Jahre war, beansprucht Siren Head den Thron des neuen Jahrzehnts – eine Kreatur mit Sirenen anstelle des Kopfes, erfunden vom Künstler Trevor Henderson im Jahr 2018. Warner Bros. gewann einen Millionen-Dollar-Kampf um die Verfilmungsrechte gegen Sony, Universal, 20th Century Studios und Paramount, was allein schon das Ausmaß der Einsätze zeigt. Das Drehbuch schreibt Zak Cregger, und der Regiestuhl wird vermutlich von Brian Duffield besetzt – Namen, die im Horrorgenre derzeit als Qualitätsgarantie gelten. Der Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest, aber die Studios hoffen offenbar, den Erfolg von „The Backrooms“ zu wiederholen.