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Stellen Sie sich vor, Sie sind so erschöpft, dass sich die ganze Romantik in Ihrem Leben auf minutengenau bezahlte Zoom-Anrufe mit einem hübschen Model reduziert hat, und dann wird es (in diesem Fall er, da es um einen Jungen geht) direkt während des Anrufs angegriffen. Genau mit so einer Absurdität beginnt „Maximaler Genuss garantiert“ (Maximum Pleasure Guaranteed) von Apple TV – und die Serie steigert die Absurdität weiter, schafft es aber gleichzeitig, überraschend zusammenhängend als Detektivgeschichte zu bleiben. Der Titel funktioniert hier wie im alten Sprichwort über das Boot: Wie man es nennt, so wird es fahren, und es fuhr flott, mit Wendungen in fast jeder Folge.

Paula Sanders (Tatiana Maslany) ist Faktenprüferin bei einem Hochglanzmagazin, eine geschiedene Frau aus Queens, die tagsüber mit ihrer toxischen Chefin um eine Beförderung kämpft und abends in Videoanrufen mit dem Webcam-Model Trevor (Brandon Flynn) ein bisschen Wärme sucht. Eine dieser Sitzungen endet mit einem Angriff vor den Augen der schockierten Paula, die Polizei geht selbstbewusst von einer Inszenierung zur Erpressung aus, aber die Faktenprüfer-Fähigkeiten der Heldin führen sie schnell zu einer echten Leiche und einer viel komplexeren Verschwörung, als es zunächst schien.

Detektiv, Komödie und Drama in einem

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Der Haupttrick der Serie besteht darin, dass sie ständig die Tonart wechselt. Eine sentimentale Geschichte über eine Geschiedene in einem Sorgerechtsstreit koexistiert problemlos mit einem harten Thriller über einen Mord, gefolgt von Büro-Absurditäten mit Zoomer-Kollegen, die ernsthaft über das perfekte Sandwich diskutieren. Ein seltener Fall, in dem die Macher keine Angst davor haben, dass der Zuschauer sich in den Genres verliert – im Gegenteil, solche Wechsel halten den Zuschauer überraschend geschickt bei Laune.

Die hitchcocksche Note ist hier deutlich spürbar, aber ohne die Erhabenheit des Meisters – statt eisigen Schreckens vor allwissendem Bösen bietet die Serie eine leichte Version der Paranoia. Rasanter Schnitt, eingeblendete Smartphone- und Laptop-Bildschirme, ein pulsierender Soundtrack schaffen genau jene unbehagliche Atmosphäre allgegenwärtiger Überwachung, die heute nur wenige ohne Übermaß an Düsterkeit einzusetzen wissen. Dabei ist das Maß an Angst sorgfältig dosiert – nach dem Anschauen werden Sie ruhig schlafen.

Maslany trägt die Serie auf ihren Schultern

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Ein besonderer Glücksfall ist, dass die Heldin nicht zu einem hilflosen Opfer der Umstände gemacht wird. Paula ermittelt nicht, weil sie als Hausfrau gelangweilt ist, sondern weil sie anhand eines Logos in der Spiegelung eines Bildschirms die richtige Pizzeria identifizieren kann – das ist ihr Beruf, und die Macher nehmen diese Fähigkeit ernst. Vor dem Hintergrund der endlosen Geschichten über gelangweilte Mütter, die zufällig zu Detektivinnen werden, wirkt dieser Ansatz wie ein frischer Wind.

Nimmt man Tatiana Maslany aus der Gleichung, könnte die Konstruktion ihr eigenes Gewicht nicht tragen. Die Schauspielerin findet die Balance zwischen der Verletzlichkeit eines müden, einsamen Menschen und der Entschlossenheit einer professionellen Ermittlerin, ohne Paula auch nur eine Sekunde lang zu einem bemitleidenswerten Anblick zu machen. Ihr charakteristischer Charme des „Mädchens von nebenan“ hält den Zuschauer selbst in den absurdesten Handlungswendungen an der Seite der Heldin. Die Serie allein wegen des Talents der Schauspielerin zu sehen, lohnt sich.

Über die Antagonisten kann man das jedoch nicht sagen. Die Bösewichte schrumpfen von wirklich gefährlichen Eliten zu karikaturhaften Erpressern, was einen Teil der im Laufe der Handlung stattgefundenen Ereignisse zunichtemacht. Dennoch retten leichter Humor und unerwartete Wendungen die Situation.

Lohnt es sich, sie anzusehen?

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„Maximaler Genuss garantiert“ ist ein seltenes Beispiel einer Serie, die gleichzeitig ein Detektiv mit einer klaren Ermittlung, eine Situationskomödie mit schwarzem Humor und die Geschichte einer starken Heldin sein kann, die allein ein unglaubliches Chaos aufräumen muss. Das Staffelfinale ist offen auf eine Fortsetzung ausgelegt, die Apple noch nicht garantiert hat, aber selbst wenn es keine zweite Staffel gibt, werden Sie trotzdem Freude am Anschauen haben.