Ich möchte meinen ersten Eindruck von zwei Premieren unter den heimischen Serien teilen. Mitten im Sommer sind zwei Projekte erschienen, die brisante soziale Themen aufgreifen.⠀

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Auf der Plattform Okko ist die Serie „Fake“ erschienen. Im Zentrum der Handlung steht die Biologielehrerin Rita (Anastasia Krasovskaya), deren Leben durch die Aktionen eines unbekannten Cyberstalkers zerstört wird: Er veröffentlicht gefälschtes Belastungsmaterial, erpresst sie und zerstört nach und nach alle Lebensbereiche der Heldin – Arbeit, Beziehungen zu Angehörigen, Vertrauen in die Mitmenschen.

Die Schöpfer des Projekts – Regisseur Alexei Kuzmin-Tarasov und Drehbuchautorin Natalie Dubovaya – greifen das aktuelle Thema Cyberstalking und digitale Sicherheit auf und zeigen, wie verletzlich das Privatleben im Internet sein kann. Die Atmosphäre des totalen Misstrauens ist überzeugend umgesetzt: Unter Verdacht geraten der Ex-Freund, Kollegen, Schüler und sogar die Freundin. Die ersten Folgen faszinieren und regen zum Nachdenken an, wie leicht man mit moderner Technologie Chats oder Videos fälschen kann. Andererseits haben wir es mit einem äußerst spannenden Krimi zu tun, dessen Auflösung man ungeduldig erwartet.

Etwas früher erschien die Serie „Kälte“ mit Lyubov Aksyonova in der Hauptrolle – eine moderne weibliche Version des „Graf von Monte Christo“, verlegt in russische Realitäten. Die Handlung: Die Brandschutzinspektorin Zhenya Polotnikova verliert ihren Mann und ihre Tochter bei einem von betrunkenen Bonzenkindern verursachten Autounfall und landet dann aufgrund einer falschen Anschuldigung im Gefängnis – der einflussreiche Vater eines der Schuldigen schiebt ihr die Schuld zu.⠀⠀⠀

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Zufällig habe ich in diesem Jahr ein Tagebuchbuch über den Aufenthalt eines Mädchens in der Untersuchungshaft gelesen. Und jetzt war ich gespannt, wie dieses Thema im Film aufgegriffen wird. Viele schreiben in ihren Rezensionen, dass das Gesehene physisch weh tut, und das stimmt, ich kann noch hinzufügen, dass es in gewisser Weise äußerst authentisch ist und eine besondere Atmosphäre des Gefängnisses schafft. Schließlich wurde auf einem echten verlassenen Gelände gedreht.⠀⠀⠀

Regisseur Alexei Kazakov baut die Erzählung ohne unnötige Eile auf und zeigt detailliert, wie das System einen Menschen bricht und wie in der Heldin der Rachedurst entsteht. Obwohl es einige Momente gibt, in denen die Erzähllinie abrupt wechselt und scheinbar große Abschnitte ausgelassen werden, wie zum Beispiel der Prozess gegen die Hauptheldin. Allerdings können wir vermuten, dass dies den moralischen Zustand von Evgenia in diesem Moment widerspiegelt.⠀⠀ 

Aksyonova vermittelt überzeugend die Transformation einer Frau, die Verlust, Demütigungen im Gefängnis und eine innere Neuausrichtung durchmacht. Letztlich fesselt die erste Folge die Aufmerksamkeit und hinterlässt die Hauptfrage: Wird die Heldin auf dem Weg zur Gerechtigkeit sich selbst bewahren können?