#SciFi

Ich habe damals "The Challenge" heftig kritisiert, weil Klim Schipenko am Ende alles auf die Liebesgeschichte zwischen den Figuren von Julia Peressild und Milos Bikovic reduziert hat. Nun, ich habe mir gerade James Camerons "Abyss" von 1989 angesehen, und er hat damals genau dasselbe gemacht. Das Ende wurde mit einem Kuss zwischen den Figuren von Ed Harris und Mary Elizabeth Mastrantonio besiegelt. Am Anfang hassten sich die Figuren und wollten sich scheiden lassen, am Ende gab es eine feierliche Wiedervereinigung und Liebe bis zum Grab.

Kurzum, ich nehme meinen Einwand gegen "The Challenge" zurück. Jetzt habe ich einen Einwand gegen Cameron. Wie konnte man einen Film, der Ideen über den Kampf gegen menschlichen Hass auf verschiedenen Ebenen, Nationalismus und Respektlosigkeit gegenüber Frauen aufwirft, mit einer Kuss-Szene beenden? Tut mir leid, aber nach so etwas sollte man Nolan nicht mehr vorwerfen, dass er die Liebe in "Interstellar" an die Spitze seiner ideologischen Kette gestellt hat.

Noch eine Offenbarung nach "Abyss". Mir wurde klar, dass mich dieser naive Optimismus der Hollywood-Science-Fiction aus den 80ern nervt. Wie naiv ist "Abyss" doch, wie die meisten Filme von Steven Spielberg. Allerdings trägt Spielberg diesen Optimismus auch in seine Filme von 2026, aber wie man so schön sagt, er kann sich jetzt leisten, zu tun, was er will. Aber dieser naive Optimismus klingt heute völlig unzeitgemäß.

Und noch eine Frage zu "Abyss" – warum musste man die arme Ratte auf den Grund des Ozeans zur Ölplattform schleppen...