Warum wir gefahren sind
Mein Mann ist Inbetriebnahme-Ingenieur, er wurde für Arbeiten zu einem Objekt in der Nähe von Saratow geschickt. Normalerweise fährt er mit einem oder zwei Kollegen, aber diesmal fuhr er allein, sodass im Auto Plätze frei waren, und er schlug vor, dass mein Sohn und ich ihn begleiten. Wir sehen uns wegen seiner endlosen Dienstreisen kaum, und vermissen uns sehr. Der Plan war: Während er arbeitet, erkunden wir die Stadt und Museen, und die Abende und die Fahrzeit verbringen wir gemeinsam.
Wie wir hinkamen
Schwer. Unser Auto ist sehr alt und hat keine Klimaanlage, und das Wetter war heiß, über 30 Grad. Wir fuhren wie Brötchen im Ofen, 13 Stunden hin und dann genauso lange zurück. Mit Warteschlangen an den Tankstellen natürlich, die durften nicht fehlen. Wir waren erschöpft.
Wo wir wohnten
In einer Mietwohnung in der Nähe der Haltestelle „Strelka“ in einem alten Viertel, das im Schatten riesiger Kastanien und Pappeln versank. Ernsthaft, riesig: Pappeln, die doppelt so hoch sind wie die fünfstöckigen Häuser, in deren Höfen sie gepflanzt sind, sind normal. Im Hof des Hauses, unter einem liebevoll gepflegten Garten, befindet sich ein unterirdischer Schutzraum. Anders als bei uns ist er immer geöffnet. Jede Nacht heult eine Sirene, und eine Stimme warnt vor Raketen- oder Drohnenangriffen und fordert auf, dorthin zu gehen. Aber die Einheimischen reagieren nicht (wohl aus Gewohnheit), und wir taten es auch nicht.
Was wir besucht haben
Museum für Kampf- und Arbeitsruhm (und den Siegespark daneben). Den Siegespark mit Militärtechnik unter freiem Himmel gibt es auch bei uns in Ufa, aber in Saratow ist er viel größer und reichhaltiger an Exponaten, von denen die Hälfte zivile Technik wie alte Traktoren sind (bei uns nur militärische). Das Museum selbst ist sehr groß und interessant und ebenfalls größer als unseres. Darauf und auf den Park haben wir fast den ganzen ersten Tag verwendet.
Am zweiten Tag spazierten wir die Uferpromenade entlang und besuchten das örtliche Heimatmuseum. Drei Stockwerke mit den unterschiedlichsten Ausstellungen, von Ammoniten und Dinosauriern bis hin zum Weltraumflug. Hier steht zum Beispiel das Flugzeug, in dem Gagarin fliegen lernte.
Fazit
Eine anstrengende, aber interessante Familienreise. Ein glückliches Kind, das erklärte, dass es eines Tages allein hierherkommen und dann alles richtig ansehen werde. Fotos haben wir kaum gemacht. Es war viel interessanter, einfach das Abenteuer zu genießen und alles mit eigenen Augen zu sehen.
#hinterdenkulissen
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