Ich habe den neuen Film von Yuen Woo-ping gesehen, dem Regisseur von „Meister der fliegenden Fäuste“, der die Kämpfe in „Matrix“ choreografierte und allgemein ein Guru der Leinwandprügeleien ist. Der ehrwürdige Mann ist bereits über 80, aber sein Elan ist auch jetzt noch spürbar. Und das ist das Coolste an dem Film.

Ehrliche 15-20 Minuten habe ich versucht, in die Handlung einzutauchen und zu verstehen, wer wie heißt, zu welchem Clan wer gehört und was er überhaupt will, woher das Söldner-Ranking kommt, aber ich habe diese Versuche aufgegeben und mich auf das Wesentliche konzentriert – auf die Action!

Und es stellte sich heraus, dass es völlig egal ist, wer wohin fährt und warum, warum einer den anderen töten will und die Dritte in Ketten liegt und alle zu verführen versucht. Fast jede Minute wird auf der Leinwand jemandem effektvoll ein Glied abgetrennt, andere verflechten sich in solchen Tänzen, dass der zeitgenössische Tanz dagegen alt aussieht. Dolche fliegen, man muss nur verfolgen, wohin, Schwerter brennen wie bei den coolsten Anime-Helden, gesuchte Söldner liefern sich tödliche Rennen – man könnte den ganzen Sturm, der auf der Leinwand tobt, in einem ganzen Text aufzählen. Und dafür wurden über 120 Millionen Dollar ausgegeben.

Wenn man sich ehrlich diesem ganzen Reigen hingibt, ist der Genuss garantiert. Fans der Vorlage wird wahrscheinlich der Mangel an Tiefe und die Kurzlebigkeit der Anwesenheit einiger Charaktere enttäuschen, ansonsten werdet ihr diese Wüste zu hundert Prozent spüren.