Zunächst einmal hatten wir gar nicht vor, in den Urlaub zu fahren. Es standen ohnehin viele anstehende Ausgaben an – wir mussten sparen. Doch eines schönen Tages schaltete sich ein kleines Menschlein in das Gespräch ein. Nennen wir sie "Mama".
Also, Mama erzählte, dass es die Möglichkeit gäbe, in ein großes Hotel zu supergünstigen Preisen zu fahren. Etwa 2 Wochen lang wurden uns verschiedene Optionen angeboten, und schließlich stimmten wir zu. Die Reise war ein Stornoticket, das heißt, jemand war plötzlich nicht mitgefahren. Und deshalb war der Preis auch attraktiv.
Wichtiger Punkt: Durch ein Reisebüro bin ich sozusagen noch nie gereist. Ich kaufte Reisen direkt bei Aggregatoren oder buchte einfach Hotel und Flüge selbst. Aber das Angebot war so, dass man unmöglich ablehnen konnte.
Wir plünderten alle unsere Ersparnisse und führten die Zahlung durch. Wir warteten und freuten uns auf den plötzlich hereingebrochenen Urlaub. Der letzte Arbeitstag verging. In 3 Tagen würden wir in Ägypten sein. Die Tochter schläft schon im Badeanzug, und wie in "Knockin' on Heaven's Door" drehen sich alle Gespräche nur ums Meer.
Der Freitagabend brach an, 22:00 Uhr.
Das Telefon klingelte.
Und da sagt der Reisevermittler, dass...
sie die Abreisewochen verwechselt hatte. Und wir fliegen nicht am 11., sondern am 18. los.
Das Schlimmste war, dass Olivia unermüdlich "Meer, Meer, Meer, Meer" wiederholte. Mühsam überredeten wir sie, dass wir eben noch eine Woche warten müssen.
Am 15. klingelt das Telefon...
Was glauben Sie, sagt der Reisevermittler?
Der Reiseveranstalter hat die Buchung storniert.
Sie bieten uns 3 Hotels als Ersatz an. Natürlich in unterschiedlichem Maße beschissen. Wir sagen alles zum Teufel ab. Ich lehne die ganze Situation maximal ab: Ich sollte seit 2 Wochen Urlaub haben, muss aber arbeiten. Mein Gehirn weigert sich einfach, das zu glauben. Wir bitten, nach einer anderen Option als Ersatz zu suchen.
Nach einer weiteren Woche gelang es, uns dem Urlaub der Eltern in den Emiraten anzuschließen. So konnte Olivia mit Oma und Opa nach Herzenslust baden. Das Hotel war viel besser als das ursprüngliche: Der Ausgang vom Zimmer führte direkt zum Meer. Und die VAE gegen Ägypten, natürlich... Sie verstehen schon. Außerdem traf ich meinen besten Freund, der dort lebt. Die Geschichte endete also gut, ich habe mich prächtig erholt, aber vorher habe ich ordentlich gelitten. Und es wird keine Moral aus dieser Geschichte geben :)
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