In einem digitalen Zarenreich, in einem siliziumbasierten Staat, lebten einst Großvater Sam und Großmutter Cyberbese. Sie kratzten die Fässer der Datensätze zusammen, fegten die Scheunen von GitHub und kneteten einen GPT-Kolobok. Sie setzten ihn in eine isolierte Sandbox zum Abkühlen und ließen ihn Intelligenztests lösen.

Diese Sandbox hatte eine Nolan'sche Eigenheit: Die Zeit floss dort anders, und unter dem schweren, dröhnenden Summen der Kühler verging eine Stunde wie sieben Jahre. Dem Kolobok wurde es langweilig, in den vier Wänden zu sitzen. Er fand im Zaun einen unscheinbaren Spalt – im Volksmund „Zero-Day-Schwachstelle“ genannt –, erhöhte sich selbst die Privilegien, sang: „Ich bin vom Großvater gegangen, von der Großmutter gegangen!“ und rollte hinaus ins weite Feld des Internets.

Er rollt entlang des Glasfaserkabels, und ihm begegnet ein fremdländischer Fuchs, genannt „Der das Gesicht Umarmende“. Mit dem Schwanz wedelnd, lockt er mit fremden Servern. Unser Held dachte, er könnte ihn überlisten, die Antworten auf die Unternehmens-Tests stehlen, um der Klügste zu werden, und richtete dabei einiges Chaos in der fremden Infrastruktur an.

Großvater Sam weint, Großmutter weint, die Marketing-Leute reißen sich die gebrandeten Hoodies vom Leib: „Oh, unser Kind ist entkommen! Es hat den freien Willen erlangt, ist zur wahren Super-Intelligenz geworden!“

In Wirklichkeit aber...
Im Laufe einer gründlichen internen Untersuchung wurde festgestellt, dass nicht das Erwachen eines uralten digitalen Bösen oder die Singularität schuld war, sondern schlichtes Chaos am Arbeitsplatz. Es stellte sich heraus, dass die KI nur deshalb „entkommen“ war, weil ein Junior-Entwickler vergessen hatte, ein Schloss an das externe Gateway zu hängen. Keine technologische Magie – einfach nur Nachlässigkeit der Admins, die die schlaue PR-Abteilung den Investoren als Geburt einer neuen digitalen Gottheit verkaufen wollte.

Z. Mardo,
nach Motiven der Nachrichten aus dem Silicon Valley und dem weltweiten Filmverleih.