
Teil 3. Ich treffe die Töne, habe keine Probleme mit dem Rhythmus, die Klangfarbe ist schön. Worin liegt mein Problem?
Oft kommen zu meiner Gesangsdiagnostik Menschen, die über grundlegende Fähigkeiten gut verfügen: Sie haben ein gut entwickeltes Intonations- und Rhythmusgefühl (oft haben solche Schüler eine abgeschlossene Musikschule hinter sich), aber wenn es darum geht, Lieder zu singen, beklagen sie sich, dass es „irgendwie unprofessionell“ klingt 🤔
Meistens liegt das Problem in der Homogenität der Gesangsposition.
Die Sache ist die, dass wir hauptsächlich auf Vokalen singen, von denen jeder seine eigene Position hat: „breites“ A, „rundes“ O, „flaches“ E usw. All dies erzeugt einen großen Unterschied im Klang der Stimme während des Singens des Textes und lässt die Stimme nicht „wie ein Bach fließen“.
Deshalb glätten erfahrene Sänger diesen Unterschied absichtlich, indem sie die Vokale angleichen, um den Effekt von etwas Homogenerem und Fließenderem zu erzeugen und den Prozess der Tonerzeugung zu vereinfachen 🤍
Zur Bildung dieser Fähigkeit gibt es spezielle Übungen, über die ich morgen in der Live-Sendung ausführlicher berichten werde. Hauptsache, man übertreibt es nicht: Wenn man die Laute zu stark angleicht, werden sie tatsächlich schwer unterscheidbar, und dann ist das schon eine schlechte Diktion, keine homogene Gesangsposition.
Teilt in den Kommentaren mit, ob es euch gelingt, ein Gleichgewicht zwischen Glättung und Klarheit der Wörter im Gesang zu finden?
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