Ein testosterongeladener Actionfilm mit Alan Ritchson, eine Gesellschaftssatire mit Chris Evans und Anya Taylor-Joy und ein neuer Film vom Regisseur von „Toxic Avenger“. Wir verraten, was man am Wochenende im Kino sehen kann.

„Motor City“ (Motor City, 2025)

Standbild aus dem Film „Motor City“
Standbild aus dem Film „Motor City“

Detroit, 1970er Jahre. Ein gewöhnlicher Arbeiter im Autowerk, John Miller, verliebt sich in die Freundin eines lokalen Verbrecherbosses, und die Strafe dafür lässt nicht lange auf sich warten. John wird hereingelegt und aufgrund einer falschen Anschuldigung ins Gefängnis gesteckt. Nach vielen Jahren kommt Miller frei – und in seiner Seele bleibt nur ein Verlangen: Rache an dem, der ihm Liebe, Freiheit und das Leben selbst genommen hat.

Ein neuer Actionfilm, in dem Alan Ritchson („Reacher“, „The Ministry of Ungentlemanly Warfare“) die Hauptrolle spielt – ein Schauspieler, der sich immer selbstbewusster seinen Weg in extrem maskulines Kino bahnt und alle anderen mit seinem mächtigen Oberkörper in den Schatten stellt. Und auf dem Regiestuhl Platz genommen hat Potsy Ponciroli, der Autor des hervorragenden Westerns „Old Henry“. Nachdem er sich einen Ruf als versierter Actionregisseur erarbeitet hat, beschließt Ponciroli, über die Grenzen des Genres hinauszugehen und entfernt in „Motor City“ alle Dialoge, damit der Zuschauer sich auf nichts anderes konzentrieren muss als auf die gnadenlosen und knackigen Schlägereien.

Und davon gibt es im Film reichlich, und in diesem Element fühlt sich Ritchson wie ein Fisch im Wasser, indem er den Staffelstab der testosterongeladenen 80er übernimmt. Eine ähnliche Technik – das Fehlen von Dialogen – verwendete zuvor auch John Woo in „Silent Night“, wo der Protagonist seine Stimme verlor. Bei Woo lief damals alles bestens. Ob Ponciroli dasselbe gelungen ist, wird sich im Kinosaal zeigen. Statt Worten sättigt der Regisseur den Film großzügig mit einem großartigen Soundtrack, an dem Veteranen des klassischen Rock beteiligt waren.

„Opfer der Umstände“ (Sacrifice, 2025)

Standbild aus dem Film „Opfer der Umstände“
Standbild aus dem Film „Opfer der Umstände“

In Griechenland ähneln die Teilnehmer einer Wohltätigkeitsveranstaltung eher Gästen einer Gesellschaftsparty als ernsthaften Intellektuellen. Der bekannte Schauspieler Mike Tyler, der gerade keine gute Zeit durchlebt, bereitet eine inspirierte Rede vor, in der er zum Kampf gegen den Klimawandel aufruft, in der Hoffnung, dass ihm das seine frühere Popularität zurückbringt. Der Milliardär Bracken fördert unterdessen ein Programm zur Tiefsee-Mineralgewinnung. Doch beiden steht Joan im Weg – die Anführerin einer radikalen Ökobewegung. Sie und ihre Gesinnungsgenossen glauben fest daran: Die katastrophale Explosion eines Unterwasservulkans zu verhindern und den Planeten zu retten, geht nur auf eine Weise – indem man drei Berühmtheiten opfert.

Die neue Satire über den Kampf gegen den erstickenden Kapitalismus hat der griechische Regisseur Romain Gavras („Athena“) gedreht und dabei ein ganzes Sternenaufgebot Hollywoods vor der Kamera versammelt: Chris Evans („Avengers“, „Knives Out“), Anya Taylor-Joy („Furiosa: A Mad Max Saga“, „Das Damengambit“) sowie Salma Hayek, John Malkovich und Vincent Cassel. „Opfer der Umstände“ bewegt sich fast auf denselben Gleisen wie „Triangle of Sadness“, „The Palace“ und „The Menu“ (in letzterem glänzte übrigens auch Taylor-Joy). Doch die Starbesetzung konnte den Film nicht aus dem Abgrund negativer Kritiken retten. Auf Rotten Tomatoes hat der Film nur 37 % Zustimmung basierend auf 35 Rezensionen. Kritiker bewunderten die Besetzung, kritisierten den Film jedoch für seine stilistische Zerrissenheit, offensichtliche Effekthascherei und die unbeholfene Umsetzung einer an sich edlen Idee.

„Idioten“ (Idiots, 2026)

Standbild aus dem Film „Idioten“
Standbild aus dem Film „Idioten“

Zwei unzertrennliche Freunde und Müßiggänger, Mark (Dave Franco) und Davis (O’Shea Jackson Jr.), schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch, aber verbrennen ihre Tage lieber. Ein weiteres Angebot für einen einfachen Nebenjob sieht aus wie ein Geschenk des Himmels: den Teenager-Sohn eines lokalen Bonzen in eine Reha-Klinik zu bringen. Doch schon unterwegs merken die beiden: Ihr Passagier ist nicht ohne, und diese Reise könnte sich als das verrückteste und gefährlichste Abenteuer ihres Lebens entpuppen.

Die Krimikomödie „Idioten“ hat Macon Blair gedreht – ein Regisseur und Drehbuchautor, den das Publikum viel besser aus seinen Schauspielrollen in „The ruins of the past“, „Green Room“ oder „Oppenheimer“ kennt. Dies ist bereits sein dritter Spielfilm, und wieder im Genre des absurden Humors. Zuvor drehte Blair die recht ordentliche schwarze Komödie „I Don’t Feel at Home in This World Anymore“ mit Elijah Wood, scheiterte dann aber mit dem amerikanischen Trash-Klassiker „Toxic Avenger“ mit Peter Dinklage. Die Rückkehr zu einem bodenständigeren Buddy-Movie hat dem Regisseur offensichtlich gutgetan: Die Kritiker nahmen den Film wohlwollend auf und lobten den abenteuerlichen Funken, den Sinn für Humor und die Chemie zwischen Franco und Jackson Jr., die den Film besser trägt als jedes Drehbuch.

Die Auswahl an Filmen in dieser Woche ist wirklich breit. Und was würdet ihr euch gerne ansehen? Oder ist doch „Spider-Man“ die Priorität? Schreibt es in die Kommentare!