Im Haus mit der geschnitzten Veranda

Ich träumte seit meinem 18. Lebensjahr davon, Wologda zu besuchen, als ich zum ersten Mal (das war bei einem Arbeitseinsatz im Alexandrowski-Park) das gleichnamige Lied der Gruppe „Pesnjary“ hörte. Und nun, 8 Jahre später, habe ich dieses Lied in einem örtlichen Karaoke gesungen (allerdings hat uns das Karaoke selbst entsetzt, aber das lassen wir beiseite 🙈), bin über den Kremlplatz spaziert und habe die geschnitzte Veranda in voller Pracht gesehen.

Interessante Fakten:
✔️Wologda ist eine literarische Stadt. Hier wurde der berühmte Schriftsteller des 18. Jahrhunderts, K. N. Batjuschkow, geboren und verbrachte seine letzten Lebensjahre; der bekannte Dichter des 20. Jahrhunderts, N. Rubzow, lebte hier (mit Unterbrechungen) mehrere Jahre, dessen Schaffen weitgehend mit den Gedichten von S. Jessenin vergleichbar ist; der Führer der „Dorfprosa“-Richtung, W. I. Below, lebte und arbeitete hier; der Dichter A. J. Jashin wirkte hier.
✔️Wologda ist ein religiöses Zentrum. Hier befindet sich das größte und älteste Kloster des russischen Nordens – das Spasso-Priluzki-Dimitriew-Männerkloster, gegründet 1371 von einem Schüler des Sergius von Radonesch, dem heiligen Dimitri von Priluzki. Es wird angenommen, dass Dimitri von Priluzki zu Lebzeiten von unglaublicher Schönheit war und sein Gesicht verbarg, um andere nicht zu versuchen.
✔️Wologda ist eine potenzielle Hauptstadt Russlands. Zar Iwan der Schreckliche hielt sich während der Opritschnina hier auf und begann 1565 mit dem massiven Bau des Wologdaer Kremls. Es war ein architektonisches Ensemble, das als Residenz des Zaren dienen und zum Verwaltungszentrum des russischen Staates werden sollte.

Ich möchte anmerken, dass Wologda auch heute noch ein Anziehungspunkt für interessante Persönlichkeiten ist. Und das meine ich nicht nur auf mich bezogen 😃 In einem örtlichen Restaurant trafen wir die Ururenkelin von L. N. Tolstoi, die Journalistin und Regisseurin Fekla Tolstaja.

So eine aufklärerische und vielseitige Januarreise war das)