
Viele Einzelunternehmer halten freie Gelder auf Einlagen, ohne über Steuern nachzudenken. Aber ein und dieselbe Einlage kann unterschiedlich besteuert werden – abhängig von Details, die oft erst im Nachhinein bekannt werden. Wir analysieren, wann Zinsen auf Einlagen unter die vereinfachte Besteuerung (USN) fielen, wann unter die Einkommensteuer (NDFL) und was sich ab 2026 ändert.
📌 Was sind Zinserträge für Einzelunternehmer
Wenn ein Unternehmer Geld auf einem Bankkonto anlegt, zahlt die Bank Zinsen für die Nutzung der Mittel.
Es ist wichtig, den Unterschied zu verstehen:
• Einnahmen aus Waren und Dienstleistungen – Einkünfte aus unternehmerischer Tätigkeit
• Zinsen auf Einlagen – passive Einkünfte aus der Anlage von Geldmitteln
Formal sind Zinsen nicht mit kommerziellen Transaktionen verbunden, aber die Besteuerung hängt davon ab, auf wen die Einlage lautet und wann die Einkünfte anfallen.
🏦 Wenn die Einlage auf den Einzelunternehmer lautet und die USN angewendet wird (wie früher)
Vor der Regeländerung wurden Zinsen auf Einlagen von Einzelunternehmern in die Einkünfte nach USN einbezogen.
Das Schema sah so aus:
• Einlage auf dem Geschäftskonto des Einzelunternehmers eröffnet
• Bank schreibt Zinsen gut
• Betrag wird in das Einnahmen-Ausgaben-Buch (KUDiR) aufgenommen
• Steuer wird zum USN-Satz gezahlt
USN „Einkünfte“ – 6 %
USN „Einkünfte minus Ausgaben“ – 15 %
Diese Praxis galt viele Jahre, und Unternehmer nutzten Einlagen oft zur Aufbewahrung von Betriebsmitteln.
🔄 Was sich ab 2026 ändert
Ab 1. Januar 2026 ändert sich der Ansatz zur Besteuerung von Zinserträgen grundlegend. Zinsen auf Einlagen von Einzelunternehmern gelten nicht mehr als Einkünfte aus unternehmerischer Tätigkeit. Sie werden ausschließlich nach den Regeln der Einkommensteuer (NDFL) besteuert, unabhängig davon, ob die Einlage im Rahmen des Geschäfts genutzt wird oder nicht.
📊 Steuersätze und Freibeträge bei der NDFL
Informationen über die aufgelaufenen Zinsen am Jahresende werden von den Banken automatisch an die Steuerbehörde (FNS) übermittelt. Das Finanzamt summiert alle Zinserträge und vergleicht sie mit dem steuerfreien Freibetrag.
Der steuerfreie Betrag wird wie folgt berechnet:
1 000 000 ₽ × höchster Leitzins der Zentralbank der Russischen Föderation im Jahr
Wenn die Zinssumme den Freibetrag nicht übersteigt → keine Steuerzahlung erforderlich.
Wenn sie ihn übersteigt → NDFL wird nur auf den überschreitenden Betrag erhoben.
🛍 Wie Einzelunternehmer mit USN Zinsen verbuchen
Vor dem 1. Januar 2026
• Einlage auf den Einzelunternehmer → Zinsen werden in das KUDiR aufgenommen
• Steuer wird zum USN-Satz gezahlt
• Einlage auf eine natürliche Person → persönliches Einkommen, wird im Geschäft nicht berücksichtigt
Nach dem 1. Januar 2026
• Zinsen auf Einlagen von Einzelunternehmern bilden keine Steuerbemessungsgrundlage für die USN
• Solche Einkünfte werden nicht im KUDiR erfasst
• Die Bank übermittelt die Daten an die FNS
• Die Steuer wird automatisch berechnet
Wenn die Einlage auf eine natürliche Person lautet, ändert sich das Verfahren nicht: NDFL fällt nur bei Überschreitung des Freibetrags an, eine Steuererklärung ist nicht erforderlich.
🎯 Was Unternehmer beachten sollten
Die Besteuerung von Zinserträgen ändert sich. Um Einlagen korrekt zu verbuchen und keine Steuern zu viel zu zahlen, merken Sie sich die wichtigsten Punkte:
• Bis 2026: Zinsen auf Einlagen von Einzelunternehmern sind Einkünfte nach USN
• Ab 2026: Einkünfte einer natürlichen Person und Gegenstand der NDFL
• Einlagen auf natürliche Personen gelten stets als persönliches Einkommen
• Die Buchhaltung wird einfacher – Daten werden von Bank und FNS übermittelt
• Vor der Geldanlage ist die Nettorendite zu berechnen: Zinsen minus Steuer
Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Zinsen auf Einlagen verbuchen sollen oder ob eine Einlage in Ihrer Situation vorteilhaft ist, helfen wir Ihnen, die optimale Lösung zu finden.
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