
Sie haben einen Selbstständigen beauftragt, um Kosten zu sparen und Prozesse zu vereinfachen. Doch ein Jahr später heißt es bei der Prüfung: „Arbeitsverhältnis. Wir erheben Steuern und Beiträge nach.“ Solche Fälle sind keine Seltenheit. Lassen Sie uns klären, wie Sie die Arbeit ruhig und ohne unnötige Risiken gestalten können.
1️⃣ Für wen das Modell der Selbstständigen geeignet ist
Ein Selbstständiger ist ein externer Auftragnehmer für eine bestimmte Aufgabe.
Das Modell funktioniert gut, wenn Sie:
• einen Experten für ein Projekt hinzuziehen (Designer, Vermarkter, Programmierer);
• einmalige oder unregelmäßige Aufgaben erledigen;
• Prozesse skalieren, ohne das Personal aufzustocken;
• den Aufwand für die Personalverwaltung reduzieren;
• Kosten senken, da keine Sozialversicherungsbeiträge von ~30% anfallen.
Die Einsparungen und die Flexibilität sind tatsächlich spürbar – vorausgesetzt, die Beziehung bleibt zivilrechtlich.
2️⃣ Drei Prüfungen vor der ersten Zahlung
Dies ist Ihr Sicherheitsfilter.
‣ Status als Selbstständiger (NPD)
Der Auftragnehmer muss einen aktiven Status als Selbstständiger haben. Überprüfen Sie dies über die Steuerbehörde (FNS) oder einen Bankservice. Halten Sie im Vertrag fest, dass der Auftragnehmer verpflichtet ist, Sie über den Verlust des Status zu informieren.
‣ Kein „Arbeitgeberkonflikt“
Der Auftragnehmer:
• ist nicht Ihr aktueller Mitarbeiter;
• ist kein ehemaliger Mitarbeiter, wenn seit der Kündigung weniger als 2 Jahre vergangen sind.
Andernfalls unterliegen die Zahlungen nicht dem NPD, und Steuern sowie Beiträge werden wie für einen normalen Arbeitnehmer nachgefordert.
‣ Jahresgrenze von 2,4 Millionen Rubel
Bei Überschreitung dieser Grenze geht der Status verloren. Weitere Zahlungen müssen dann nach einem anderen Modell abgewickelt werden: als Privatperson mit Einkommensteuer und Beiträgen oder als Einzelunternehmer (IP).
3️⃣ Dokumente und Vertragsstruktur: Grundlage der Sicherheit
‣ Zivilrechtlicher Vertrag (GPKh)
Schließen Sie einen zivilrechtlichen Vertrag (Dienstleistung, Werkvertrag, Agenturmodell) ab.
Im Fokus sollten stehen:
• konkretes Ergebnis und Arbeitsumfang;
• Fristen und Etappen;
• Vergütung und Zahlungsmodalitäten;
• Pflicht zur Ausstellung einer NPD-Quittung;
• Pflicht zur Aufrechterhaltung des Selbstständigenstatus.
Die Formulierungen sollten die Aufgabe und das Ergebnis beschreiben, nicht die Position und den Arbeitsplan.
‣ Abnahmeprotokoll + NPD-Quittung
Für jede Zahlung:
• Abnahmeprotokoll der erbrachten Leistungen;
• Quittung aus der App „Meine Steuer“.
Die Quittung ist das Schlüsseldokument zur Bestätigung der Ausgaben und der Rechtmäßigkeit der Zahlungen.
4️⃣ Hauptrisikobereich – Anzeichen eines Arbeitsverhältnisses
Der Prüfer betrachtet das tatsächliche Arbeitsmodell.
Das Risiko steigt, wenn es gibt:
• feste Arbeitszeiten;
• einen Arbeitsplatz im Büro;
• regelmäßige Zahlungen in gleicher Höhe;
• Urlaub und Krankheitstage;
• Eingliederung in die Organisationsstruktur;
• Unterordnung unter interne Regeln.
Besonders genau geprüft werden Fälle, in denen ein ehemaliger Mitarbeiter dieselben Funktionen nun als Selbstständiger ausführt.
Mögliche Folgen
• Nachforderung von Einkommensteuer 13–15%;
• Sozialversicherungsbeiträge ca. 30%;
• Verzugszinsen und Strafen;
• rückwirkende Begründung eines Arbeitsverhältnisses.
5️⃣ Eine einfache Regel für das Team
Ein Selbstständiger ist ein externer Auftragnehmer, der auf Ergebnisse arbeitet.
Kurze Checkliste:
1. Die Vergütung ist an die Aufgabe oder Etappe gebunden.
2. Im Vertrag gibt es keine „Positionen“ oder Arbeitszeitpläne.
3. Der Auftragnehmer ist nicht in die internen Prozesse eingebunden.
4. Der Status wird regelmäßig überprüft.
5. Für jede Zahlung wurde eine NPD-Quittung erhalten.
Wenn das Modell diese Punkte erfüllt, sinkt das Risiko von Beanstandungen erheblich. Sind Sie unsicher, ob alles korrekt dokumentiert ist? Klären Sie es lieber jetzt. Schreiben Sie mir eine persönliche Nachricht oder einen Kommentar, wir analysieren Ihre Situation gezielt.
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