Nischenhafte St. Petersburger Erfahrung oder wie die Liebe zum Theaterstudio in mein Leben kam

Eine nicht offensichtliche Tatsache über den Autor des Kanals: Ich habe im Theaterstudio der Universität gespielt. Deshalb fühlt sich jeder Besuch einer intimen Aufführung wie eine ganz besondere „La La Land“-Erfahrung an. In solchen lokalen Räumen steckt eine eigene Magie, wenn man fast physisch den Atem der Bühne spürt und alles, was passiert, maximal intim und vertraut wirkt.

Zuerst ging ich zu „Die Zofen“ (nach dem gleichnamigen Stück von Jean Genet) mit bestimmten cinephilen Erwartungen, aber der Regisseur überlistete alle im Saal. Sobald man dieses Thema der Persönlichkeitsspaltung, der Maskentragödie erfasst, fügt sich alles zusammen. Es war super interessant, dieser Bildsprache zu folgen: wie eine Persönlichkeit in Scherben zerfällt, wie sie fremde Leben anprobieren und sich bis zum Wahnsinn verlieren.

Man sieht, dass der Raum mit Verstand und Liebe gestaltet wurde, was typisch für lokale Inszenierungen ist und immer erfreut. Es war eine vielschichtige Erfahrung, Nahrung für Geist und Herz.

Danke an Kumkuat für die Einladung ❣️