Insgesamt war 1983 ein schwieriges Jahr für das Nowruz-Feld im Persischen Golf. Zunächst kollidierte ein Tanker mit Plattform Nr. 3, was zu einer erheblichen Schräglage der Plattform und ihrer anschließenden Stilllegung führte, und dann taten Wellen und Korrosion ihr Übriges – die Befestigung des Risers an der Bohrlochmündung wurde beschädigt, und ab Ende Januar/Anfang Februar 1983 begannen täglich zweihundert Tonnen Öl (nach einigen Schätzungen sogar über 250 Tonnen) aus dem Bohrloch in die Gewässer des Golfs zu fließen.
Erwähnenswert ist die Tatsache, dass die Nachbarn des Iran und des Irak vor der Situation in Nowruz sowohl Probleme mit Ölverschmutzungen als auch die Umweltauswirkungen der Öl- und Gasindustrie im Allgemeinen recht gelassen betrachteten. Daten über Verschmutzungen konnten verfälscht, aus Gründen der „Geschäftsgeheimnisse“ oder „nationalen Sicherheit“ geheim gehalten oder gar nicht erst gesammelt werden, wenn die Verschmutzung gering war und schnell beseitigt werden konnte.
Die Unvollständigkeit und Uneinheitlichkeit der Informationen war so groß, dass beispielsweise die Tatsache der Kollision des Tankers mit Plattform Nr. 3 von verschiedenen nahöstlichen Forschern mal auf 1981, mal auf 1983 datiert wurde.
Glücklicherweise war auf Plattform Nr. 3 nur ein einziges Bohrloch gebohrt worden, dennoch dauerte es lange, es abzudichten. Die Kontrolle über das Bohrloch wiederzuerlangen und es zu schließen, war aufgrund der hohen Kampfaktivität in dieser Zone lange Zeit nicht möglich. Einen Monat später, im März, wurde ein Überfall der irakischen Luftwaffe auf die unglückselige Plattform durchgeführt, der zur Entzündung des riesigen Ölteppichs führte, der sich durch die Verschmutzung gebildet hatte. Das Bohrloch konnte erst Mitte September 1983 unter dem Einsatz von 11 iranischen Ölarbeitern geschlossen werden.
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