Das Öl- und Gasfeld Nowruz wurde 1966 entdeckt. Die möglichen Ölreserven wurden auf 120 Millionen Tonnen Öl und mehr als 140 Milliarden Kubikmeter Gas geschätzt. Die Förderung auf dem Feld wurde kurz nach Beginn der Kampfhandlungen zwischen Irak und Iran im September 1980 eingestellt. Es wird angenommen, dass die tägliche Ölmenge, die damals in den Persischen Golf gelangte, mehr als 1.300 Tonnen betrug, und insgesamt gelangten mehr als 130.000 Tonnen Öl ins Wasser. Der Grund war bei klarem Wetter gut zu erkennen – vor der iranischen Küste brannten und stürzten Ölplattformen ein. Mit Hilfe von Skimmern und anderen technischen Mitteln konnte ein Teil der Ölteppiche beseitigt werden. Dennoch setzten sich nach verschiedenen Schätzungen etwa zwei Drittel des gesamten ausgelaufenen Öls auf dem Meeresboden ab.

Die Fläche der Ölteppiche war so groß, dass die Bedrohung für die Entsalzungsanlagen an der Küste des Persischen Golfs als durchaus real eingeschätzt wurde – dieser Bedrohung sind beispielsweise mehrere inzwischen freigegebene CIA-Berichte gewidmet. Auf einer Kartenkopie aus einem dieser Berichte ist zu sehen, wie groß der Ölteppich bereits wenige Monate nach den ersten Ölaustritten war. Die radikalsten Befürchtungen der damaligen Experten waren, dass der Ölteppich bei ausreichender Dauer des Austritts die gesamte Oberfläche des Golfs bedecken würde. Neben den Notdiensten der Golfstaaten wurde auch der norwegische Auftragnehmer Norpol zur Bekämpfung des Ölteppichs hinzugezogen, aber selbst gemeinsame Anstrengungen konnten die Ölpest nicht schnell eindämmen.

Diese Ölpest gehört zu den drei größten in der Geschichte der Menschheit. Sie bedrohte die Entsalzungsanlagen von Bahrain, Katar und Saudi-Arabien und betraf auch andere Gebiete außerhalb der Hoheitsgewalt der Kriegsparteien. So wurde der Fischimport in die VAE aufgrund der Ölverschmutzung der Fischereigebiete eingestellt, und die Handelshäfen Saudi-Arabiens wurden zeitweise wegen des Auftretens von Ölteppichen geschlossen.

Der Vorfall auf dem Nowruz-Feld war ein Wendepunkt für die rechtliche Bewertung der Auswirkungen bewaffneter Konflikte auf die Umwelt. In der Folge entstanden internationale Mechanismen für eine gemeinsame Reaktion auf derartige Ölteppiche, beispielsweise das Kuwait-Regionalübereinkommen über die Zusammenarbeit zum Schutz der Meeresumwelt vor Verschmutzung von 1978, das während des Iran-Irak-Krieges jedoch nicht in der Lage war, die Gewässer des Persischen Golfs vor Ölteppichen zu schützen.