Nische besetzt?

Vor kurzem haben wir ein hervorragendes Beispiel dafür bekommen, dass ein Startup, das einen Titanen herausfordert, offenbar einen großen Teil seines Marktanteils abgreifen kann. Und natürlich geht es um Google und OpenAI, letzteres hat kürzlich seine eigene Suchmaschine angekündigt. Wer ChatGPT genutzt hat, weiß, dass es schneller und angenehmer ist, eine Frage zu stellen und eine Antwort zu erhalten, als endlose SEO-Texte zu lesen.

Warum ist das passiert?
Google hat seine Suchmaschine seit langem nicht verändert, die stark auf Textlänge, Anzahl der eingehenden Links usw. ausgerichtet ist, anstatt auf Qualitätsmetriken des Inhalts und Verfolgung des Nutzerverhaltens. Das heißt, es entscheidet, welche Website an erster und welche an letzter Stelle steht, basierend auf Textlänge, Anzahl der Links zur Website und einleitenden Wörtern. Man kann keine kurze und präzise Antwort auf eine Nutzeranfrage geben und hoffen, dass Google die eigene Website in den ersten Zeilen der Suchergebnisse anzeigt. Daher haben wir in der Suche an erster Stelle Websites, die auf die Anfrage „Wie schält man Kartoffeln“ Texte mit einer Einleitung von drei Absätzen schreiben – „Kartoffelschälen ist eine äußerst relevante Tätigkeit, mit der jeder von euch täglich konfrontiert wird...“ anstatt einer kurzen und vernünftigen Antwort.

Welche Schlussfolgerung kann man ziehen?
- Für Startups: Es gibt keine besetzten Nischen, sondern nur ein gelöstes oder ungelöstes Problem des Nutzers, und wenn ihr es besser löst als der Wettbewerber, spielt dessen Größe keine Rolle.
- Für Unternehmen: Egal wie großartig euer Produkt und wie groß der Marktanteil ist, ihr müsst euch mit seiner Neuerfindung beschäftigen, versuchen, ein Team zu schaffen, das das Kerngeschäft mit einer neuen Lösung zerstört, sonst macht es der Wettbewerber.