Trotzdem, wie kam es dazu, dass die Hersteller recht schnell von einem 159-Liter-Fass auf ein 208-Liter-Fass umstiegen? Die Historikerin Pamela Terry präsentierte ihre Version in dem Buch „Fifty-Five Gallons – The History of Steel Drum Reconditioning“:

„Zweifellos wurde das Stahlfass als Ersatz oder Verbesserung des Holzfass entwickelt, dessen Standardkapazität in der Erdölindustrie in jenen Jahren 42 Gallonen betrug. Es wäre logisch anzunehmen, dass die Hersteller des neuen Produkts versuchen würden, den Umstieg auf die neue Verpackung für die Verbraucher so einfach wie möglich zu gestalten.

Die wichtigste Variable war der Durchmesser des Fasses, da er bestimmte, wie die Fässer auf Lastwagen, Anhängern, Lastkähnen oder Eisenbahnwaggons geladen und transportiert werden. Der Außendurchmesser eines Standard-42-Gallonen-Fasses betrug etwa 58 Zentimeter (etwa 23 Zoll) [hier ist ein kurzer lyrischer Exkurs angebracht: Obwohl Zehntausende und Hunderttausende von Holzfässern für die Erdölindustrie hergestellt wurden, gelang es Forschern später nicht, eine nennenswerte Anzahl davon zu finden, daher lassen die genauen Abmessungen Raum für Spekulationen, ebenso wie die Tatsache, dass es überhaupt einheitliche Standardgrößen gab; in der Literatur der Zeitgenossen der frühindustriellen Phase der Branchenentwicklung wird dieser Frage überhaupt keine Aufmerksamkeit geschenkt]; der Durchmesser der Stahlfässer war seit ihrer Erfindung praktisch derselbe. Da die Wände der Metallfässer gerade sind und keine Wölbung aufweisen, und da Stahl viel dünner ist als Holz, fassen zylindrische Behälter mit demselben Durchmesser wie 42-Gallonen-Holzfässer deutlich mehr Flüssigkeit.“