
Brasilien, 1977, Militärdiktatur, Karneval. „Geheimagent“
Polizisten überprüfen Ausweise und erpressen Zigaretten, ohne wirklich hineinzuschauen. Wagner Moura (der auch den komplexesten Blick im ganzen Film hat) spielt einen Mann, der nicht vorhatte, ein Held zu sein.
Die zweite Geige im Ensemble menschlichen Wahnsinns spielt Dona Sebastiana (die 80-jährige Tânia Maria, für die dies erst ihre zweite Filmrolle ist). Sie versteckt Flüchtlinge in ihrem Haus, nennt sie „Feinde, die sie selbst ausgewählt hat“ und lebt weiter, als ob nichts geschehen wäre.
Der Regisseur inszeniert ein langsames, zweieinhalbstündiges Eintauchen in eine Ära, in der jeder Tag der letzte sein konnte.
Es gibt viele fesselnde Details, die sich zu einer ergreifenden Geschichte darüber zusammenfügen, wie autoritäre Macht Leben zerstört und das menschliche Gedächtnis sich weigert, sie zu vergessen.
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