Der Einstellungsprozess ist kaputt. Wie damit leben? Teil 1

Meine Geschichte, wie ich ein halbes Jahr lang erfolglos Arbeit suchte und 900 Absagen sammelte, fand großen Anklang beim Publikum meines jungen und noch kleinen Kanals. Ganze fünf Tage lang war ich im Rausch Schock über diese plötzliche Popularität und postete fast nichts.

Ihr habt gewartet, ihr habt gebeten. Ich komme zu euch, liebe Leser, mit einem neuen Beitrag und meinen Ratschlägen. Wie sucht man im Jahr 2026 Arbeit?

1. Plant etwa drei Monate für die Jobsuche ein


Einige Positionen, zum Beispiel im Vertrieb, können in 2–4 Wochen besetzt werden. Aber andere werden auch ein halbes Jahr lang gesucht. Im Durchschnitt orientiert euch an drei Monaten, also habt rechtzeitig Geduld.

Verzettelt euch nicht in Kleinigkeiten wie ich. Kündigt nicht ins Blaue hinein wie ich. Ohne Plan und finanzielles Polster senkt ihr nach und nach die Messlatte, während das Geld ausgeht, bis ihr euch irgendwann dabei ertappt: „Nun, Webcam ist auch nicht so schlecht.“

2. Mit Masse punkten. Dummheit und Mut – der Weg zum Erfolg.

Die Conversion bei der Einstellung auf Jobportalen liegt bei 3–5%, und da möchte man heulen. Aber das ist der Durchschnitt. Ich persönlich habe 900 Absagen bekommen (ich werde euch vernichten mit dieser Zahl), um am Ende 10 Einladungen zu Vorstellungsgesprächen und nur 3 Angebote zu erhalten. Also 1% Conversion zum Gespräch und 0,3% zum Angebot 🤡

Dagegen könnt ihr fast nichts tun, also bleibt nur eines: den Trichter erweitern. Das bedeutet, ein hohes Tempo bei den Bewerbungen beizubehalten und so viele wie möglich zu verschicken, um die Chancen zu erhöhen.

Strebt nicht nach dem perfekten Job. Passt es oder nicht – völlig egal, wir schicken eine Bewerbung, wenn die Stelle auch nur irgendwie mit euren Fähigkeiten überschneidet. Ob ihr das wollt oder nicht, klärt ihr später – wenn euch geantwortet wurde. HR-Leute werden sagen, dass man das nicht tun soll, unethisch und überhaupt verboten. Fallt nicht auf diese Provokationen herein.

Und ein Angebot von einem nicht ganz so interessanten Job hilft, das Selbstvertrauen und die gute Laune zu bewahren. Das ist eine Art psychologische Absicherung.

3. Arbeitssuche ist auch Arbeit

Man kann keinen ordentlichen Job nebenbei finden. Die Suche muss eine systematische und regelmäßige tägliche Arbeit werden. Ich habe etwa sechs Stunden am Tag damit verbracht, den Markt, Stellenanzeigen, Bewerbungen, E-Mails und Vorstellungsgespräche zu bearbeiten.

Ihr müsst genau wissen, was ihr morgen tut: wie viele Bewerbungen ihr wohin schickt, wie viele Gespräche ihr habt und was noch erledigt werden muss. Wie gesagt, es braucht ein hohes Tempo und mindestens tausend Absagen, und ein solches Ergebnis erreicht man nur durch regelmäßige und systematische Arbeit.

4. Der Lebenslauf ist keine Biografie, sondern Marketingmaterial.


Ich weiß, dass euch alle schon genervt haben mit Sätzen wie „Verkauft euch gut“, aber ich fürchte, ich habe nichts anderes für euch. Der Lebenslauf soll euch als Spezialisten verkaufen, der in der Lage ist, das Geschäftsproblem zu lösen, für das ihr eingestellt werdet.

Also schreibt nicht eure Aufgaben im Feld „Aufgaben“ auf – die interessieren niemanden. Im Lebenslauf müsst ihr schreiben, was ihr GETAN habt (nicht getan habt) im Hinblick auf das Ergebnis für das Unternehmen. Und am besten in Zahlen.

Formuliert die Sätze mit der perfektiven Verbform: gemacht, verkauft, umgesetzt, erstellt, verbessert.

Statt des öden „Verkauf, Verhandlungen“ schreibt ihr so:

Führte Verhandlungen mit B2B-Kunden und staatlichen Stellen und sicherte den Start der ersten 20 Pilotprojekte in Ägypten und Algerien.


Aus einer solchen Formulierung wird sofort klar, wofür man euch einstellen kann. An diesem einen Satz erkennt man, dass wir es mit einem Spezialisten für Geschäftsentwicklung und Markteinführung neuer Produkte im B2B-Segment zu tun haben.

5. Sei wie die Maus aus der Rübe.

Ich habe ein URKOMISCHES Bild an den Beitrag gehängt, aber über seine Ergebnisse muss man wirklich so berichten. Ja, diese Formulierungen mögen euch völliger Unsinn erscheinen. Und das kommt euch nicht so vor. Aber genau das funktioniert.

Beachtet: Die Maus übertreibt nicht, flunkert nicht, lügt nicht offen. Sie setzt nur die richtigen Akzente und verkauft ihre Erfahrung im Hinblick auf das Ergebnis.

Und wenn euch das nicht überzeugt hat, dann schaut euch noch einmal den Lebenslauf an, in dem statt Erfahrung ein Rezept für Pelmeni steht. Der hat einen Job gefunden. Und du?

Fortsetzung direkt unten 👇🏻