✍️ WAS BRAUCHT EIN AUTOR NOCH AUBER „TALENT UND INSPIRATION“?

Starke Autoren haben heute eine ganze Reihe von Werkzeugen – für Zeichnungen, Drehbücher, 3D-Hintergründe, Pinsel, Zuschneiden für den Telefonbildschirm und Hochladen auf Plattformen. In diesem Sinne ähneln moderne Webtoons und digitale Comics eher einem kleinen digitalen Studio zu Hause.

📈 Wie sich das Werkzeugset des Autors entwickelt hat
Der alte Weg war: Papier, Scanner, Photoshop, manuelles Zuschneiden, jede Menge Routine. Dann kam die Ära spezialisierter Comic-Werkzeuge: Das japanische Clip Studio Paint wuchs aus Manga Studio heraus und verbreitete sich ab 2012 global, während Procreate ab 2011 das iPad in einen normalen Arbeitsplatz für Künstler verwandelte. Danach wurde es noch interessanter: In die Werkzeuge wurden 3D, Materialbibliotheken, Export für das lange vertikale Format und sogar das direkte Hochladen auf Plattformen integriert.

👨‍💻 Was Autoren heute tatsächlich nutzen
Heute haben Autoren mehrere „Arbeitspferde“:
Clip Studio Paint, wohl das wichtigste Comic-Werkzeug: Es bietet eine lange Leinwand, Panels, Text, 3D, Comic-Funktionen und eine riesige Materialbibliothek.
Adobe Photoshop – immer noch relevant.
Procreate – der Favorit der iPad-Autoren, besonders wenn man ein „lebendigeres“ Handzeichnen möchte.
• Sehr oft tauchen ibisPaint, MediBang Paint, Krita und PaintTool SAI auf, je nach Budget, Gerät und Gewohnheiten.

✍️ Woher bekommen Autoren Pinsel, Hintergründe und 3D?
• In Clip Studio Assets können Pinsel, Muster, 3D-Objekte und andere Materialien heruntergeladen und gekauft werden; die Nutzer laden ihre eigenen Sets hoch, manchmal kostenpflichtig, manchmal kostenlos. Dort kann man sogar mit eigenen Materialien Geld verdienen.
• Der koreanische Anbieter ACON hat bereits über 15.000 Materialien für Manhwa und Webtoons: 3D-Hintergründe, Pinsel, Texturen, fertige Szenen, und das Unternehmen betont, dass gekaufte Materialien auch in kommerziellen Projekten verwendet werden können.
• Für 3D-Hintergründe werden oft SketchUp und die 3D Warehouse verwendet, eine riesige Bibliothek fertiger 3D-Modelle, in der man herunterladen, hochladen und eigene Sammlungen zusammenstellen kann.

⌨️ Welche Autoren verwenden was?
Sarah Andersen (Sarah’s Scribbles, Tapas) erzählte, dass sie in Photoshop arbeitet und von einem Cintiq 13HD auf ein Cintiq 24 Pro umgestiegen ist; ihr FANGS wurde jedoch in Procreate auf dem iPad erstellt. Ihr alter Prozess klingt sehr „old school“: Skizze, Tusche mit Pinsel, Scan, Reinigung und Zusammenbau in Photoshop. Und das alles hinderte sie nicht daran, auf Tapas 64,1 Millionen Aufrufe für Sarah’s Scribbles und 45,5 Millionen für FANGS zu sammeln.
Rachel Smythe (Lore Olympus) schrieb, dass sie einen 32-Zoll-Cintiq mit Photoshop / Clip Studio Paint verwendet. Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie ein „gemischtes“ Werkzeugset zu einem enormen Ergebnis führt: Lore Olympus hat bereits über 1,8 Milliarden globale Aufrufe.
Leeanne M. Krecic (Mongie), Autorin von Let’s Play, empfiehlt direkt Clip Studio Paint für Webtoons, verwendet bibisco als „Story-Bibel“ und sagt über Hintergründe sehr ehrlich: Viele Webtoon-Autoren nehmen SketchUp, um nicht am wöchentlichen Zeitplan zu sterben. Sie schrieb sogar, dass sie zu Beginn Geld von Patreon verwendet hat, um einen Assistenten einzustellen.
• WEBTOON-Creator AydaFork zeigt bereits einen ganz modernen Ansatz: Sie verwendet Vorlagen und Werkzeuge aus WEBTOON Creators 101, nimmt kostenlose Materialien aus Clip Studio Assets und kauft oder wählt Hintergründe bei ACON3D aus.
• Der Autor .avi. verwendet zur Beschleunigung der Produktion die Asset-Bibliothek, dekorative Pinsel, Bildmaterialien, 3D-Objekte und sogar eigene 3D-Modelle.
• Und der koreanische Künstler JongBeom Lee hat um SketchUp herum eine eigene professionelle Rolle aufgebaut: Er hat über 460 Episoden erstellt, über 24 Bücher/Comics veröffentlicht, und SketchUp selbst schreibt, dass sein Ansatz den Markt für Hintergrundkünstler in Korea buchstäblich revolutioniert hat.

🤓 Fazit
Früher schien ein „ernsthafter Künstler“ alles selbst machen zu müssen. Heute ist es umgekehrt: Je professioneller der Autor, desto seltener versucht er, jedes Mal Hintergrund, Pinsel und Perspektive neu zu erfinden. Er stellt sich sein eigenes Ressourcenset zusammen, kauft manchmal, macht manchmal selbst, bearbeitet manchmal fremdes. Es wird sehr wichtig, Kräfte bei allem Nebensächlichen zu sparen, damit die Hauptenergie in die Emotion des Bildes fließt.