Ich habe eine neue Schicht von Gründern gesehen – Anhänger des Lean Startup (unter diesem Begriff fasse ich alle beliebten Methoden zusammen – Geschäftsmodelle, Unit Economics, Kundengespräche usw.). Das sind Gründer, die glauben, dass es Methoden gibt, die ohne Risiko zum Erfolg führen. Man muss nur die richtigen Probleminterviews führen, dann die richtigen Geschäftsmodelle erstellen, alles schnell und günstig testen – und schon hat man ein Einhorn in der Hand, vorzugsweise in Dollar. Aber so funktioniert es nicht!

Nutzer geben in Interviews keine Produktrezepte preis, sondern antworten vage. In Geschäftsmodellen lässt sich alles leicht formulieren, aber in der Praxis findet man solche Muster nicht. Hypothesen werden getestet, aber die Probleme des Kaltstarts oder ein wirklich teures MVP verhindern letztlich einen schnellen und günstigen Start.

Setzen wir also einen Schlusspunkt unter diese Diskussion. Alle Methoden, die in Acceleratoren und Vorlesungen vermittelt werden, sind zweifellos nützlich und reduzieren tatsächlich das Risiko, aber nicht auf null, nicht einmal auf 50%. Sie reduzieren das Risiko ein wenig und helfen, Anfängerfehler zu vermeiden. Wir haben sogar nachgerechnet – in einem Accelerator liegt die Überlebensrate bei etwa 15-17%, während sie bei allen Startups ohne Beschleunigung und Schulung bei etwa 4-5% liegt. Aber sobald die theoretische Grundlage gelegt ist, muss man sich trotzdem dem Risiko stellen, trotzdem Geld auftreiben und investieren, trotzdem auf eine Vielzahl von Schwierigkeiten und Situationen stoßen, in denen unklar ist, wie man handeln soll – das ist die Grundlage des Unternehmertums und des Startup-Managements, und kein Lean Startup kann das überwinden.