
Guten Tag, meine Lieben, unverbesserlichen Optimisten. Wisst ihr, was das Schöne am Leben ist? Es lässt einen nie langweilen. Da holst du gerade einen leichten Mantel hervor, träumst von Kaffee auf der Veranda, und es – bumm! – bedeckt Moskau mit Aprilschnee, wie einen Kerzenhalter auf einer Geburtstagstorte, die niemand bestellt hat.
Heute sind es genau null Grad. Die Erde ist mit einer weißen, leicht mit Stadtstaub bestreuten Glasur bedeckt. Matsch, Pfützen, Wind – das volle Herrenset für alle, die vergessen haben, was Frühling ist. Aber unter uns gesagt, hat das seinen eigenen unvergleichlichen Reiz. Nicht den pompösen, den man von der Bühne liest, sondern den, den man in Gummistiefeln um acht Uhr morgens mit dem Hund an der Leine erlebt.
Ich habe meine hohen schwarzen Stiefel mit weißer Sohle angezogen. Warum? Weil sie schwarz sind – wie mein Kaffee, wie meine Absichten, wie meine Seele an schlechten Tagen. Und die weiße Sohle ist, wissen Sie, ein Symbol der Hoffnung. Heute wird sie nach und nach schmutzig, aber das überleben wir. Hauptsache, die Füße sind trocken, und bei trockenen Füßen, glauben Sie mir, liegt die Hälfte des Erfolgs jedes Abenteuers.
Mein Hund ist heute nicht begeistert. Er schielt zu mir, schnaubt, sagt mit seiner ganzen Haltung: „Warum zum Teufel schlafen wir nicht?“ Aber er kommt mit. Weil er ein guter Junge ist. Und selbst in diesem beißenden Wind gibt es einen Vorteil: Er weht so stark, dass er all den Unsinn aus dem Kopf vertreibt, den wir im Winter hineingestopft haben.
Wisst ihr, was gut am Wetter ist, wenn es am 28. April schneit? Man fühlt sich ein bisschen wie ein Verschwörer. Man geht hinaus in dieses weiße Chaos, während die ganze Welt noch schläft. Man muss niemandem gefallen, muss Passanten nicht anlächeln. Nur du, der Hund, der Schnee und die Stille, die nur der Wind durchbricht. Das, meine Freunde, ist wahre Freiheit. Nasskalt, nass, aber absolut ehrlich.
Und dann kommt ihr nach Hause, schüttelt die Feuchtigkeit von der Jacke, schenkt euch eine Tasse heißen Kaffee (oder etwas Stärkeres) ein, und euer Hund, der sich an der Schwelle schüttelt, vergräbt seine nasse Nase in eurer Handfläche. Und in diesem Moment werdet ihr verstehen: Der Matsch wird vergehen, der Schnee wird schmelzen, und dieses kleine „Jetzt“ – wird bleiben.
Also zieht eure besten Stiefel an, lächelt diesem Wahnsinn zu und sagt Danke, dass ihr das sehen und hinter euch lassen könnt.
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