„Grazia“ spielt im Kontrast zu Paolo Sorrentinos letzten Werken. Waren diese ein Gefühl des Karnevals, die Verkörperung des dionysischen Chaos des Lebens, so schmeckt der neue Film wie weißer Fisch mit Quinoa (genau das isst der Protagonist ständig zu Abend).

Die Geschichte der Überlegungen zur Verabschiedung eines neuen Gesetzes über Sterbehilfe legt sich wie eine schwere Decke auf den Zuschauer und zwingt ihn, die Last der Verantwortung mit dem ganzen Körper zu spüren.

Der italienische Klassiker entschied sich jedoch, nicht nur über die Zugehörigkeit des Lebens zu sprechen, sondern wandte sich auch häuslicher Gewalt, der Frage des Betrugs und der Macht zu. Über Letzteres ausführlicher. Der beste Politiker ist der, der keine Entscheidungen trifft. So kann man, indem man sich fernhält, zum allgemeinen Liebling werden, aber gnadenlos gegenüber den Menschen sein, die diese Entscheidung brauchen.

„Grazia“ kann man kaum als leichten Film bezeichnen. Es ist ein asketisches Gebet, bei dem man versehentlich einschlafen und lange Abende inmitten von Gedanken über das Verlorene verbringen kann.

Die musikalische Untermalung hat mich umgehauen. Das einfache Spiel mit Kontrasten fühlt sich genial an)

Mit großer Macht kommt große Verantwortung.
Ab 30. April im Kino dank A-ONE