
Mein klassischer Morgen beginnt so. Man wacht von dem „Bzzz“ auf, das der Whoop von sich gibt, tippt darauf, um den Wecker auszuschalten, und greift zum Smartphone. Aber nicht, um Telegram zu checken oder eine morgendliche „Shorts/Reels-Therapie“ zu machen, sondern um zwei Werte zu überprüfen: Sleep und Recovery.
Zur Erklärung für diejenigen, die Whoop nicht kennen: Sleep ist, wie man sich denken kann, die Schlafqualität, die sich aus Dauer, Schlafenszeit, Aufwachzeit und Stress zusammensetzt. Recovery ist die Erholungsqualität. Sie wird anhand von HRV (Herzfrequenzvariabilität), Herz- und Atemfrequenz sowie Schlafqualität bestimmt.
Es gibt drei Erholungszonen. Rot – 0-32 %, Gelb – 33-66 % und Grün – 67-100 %. Am Morgen die grüne Recovery-Zone zu sehen, bedeutet eine solche Portion Dopamin, von der alle Reels nur träumen können. Und wenn es 90 %+ sind, ist das der absolute Wahnsinn.
Und für mich, einen Menschen der Metriken, der einfach auf das Zählen von allem Möglichen abfährt, hat Whoop das Spiel buchstäblich verändert. Jahrelang habe ich versucht, meinen Schlaf- und Trainingsrhythmus zu optimieren, aber das gelang mir erst, als ich dieses Armband zu tragen begann.
Und heute war es natürlich ein sehr seltsamer Morgen. Zum ersten Mal seit 13 (!) Monaten bin ich aufgewacht und habe meine Recovery nicht gesehen. Gestern ist einfach das Abonnement abgelaufen, und ich habe es nicht verlängern können, weil ich mich mit der Bezahlung über ausländische Karten herumgeschlagen habe. Whoop hat irgendwelche komplizierten Anti-Fraud-Dienste, durch die es schwierig ist, zur Zahlung durchzudringen.
Gestern hat Whoop mir jedoch eine E-Mail geschickt, dass sie das Geld nicht abbuchen konnten und es in den nächsten 2-3 Tagen noch einmal versuchen werden. Also dachte ich, dass ich noch ein paar Tage habe, und machte mir keine großen Sorgen.
Am Ende bin ich heute aufgewacht – und das Armband hat sich in einen Kürbis verwandelt. Und das fühlt sich sehr seltsam an. Es fühlt sich sogar ein bisschen wie eine Abhängigkeit an. Natürlich kein Entzug, aber ein gewisses Unbehagen ist da.
Aber das ist wohl die einzige Abhängigkeit, gegen die ich nicht kämpfen werde.
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