Mit ihnen hat sich natürlich eine erstaunliche Geschichte entwickelt. Jeden Januar denken sich alle voller Begeisterung möglichst viele Ziele aus, schreiben sie sorgfältig auf und planen sie.
Irgendwann im Februar-März wird die Zielliste zum letzten Mal angeschaut. Und dann werden am Ende des Jahres „Bilanz gezogen“. Und natürlich werden neue Ziele geplant.
„Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Oft wird angenommen, dass Einstein das gesagt hat, aber das stimmt nicht. Es ist jedoch nicht so wichtig, wer es gesagt hat. Hauptsache, es steckt wirklich Sinn darin.
Das Problem bei der jährlichen Zielsetzung ist, dass es meistens dabei bleibt. Wir legen fest, was wir wollen, denken aber nicht darüber nach, wie wir es erreichen können.
Streng genommen ist ein Ziel wie „Hunderttausend Millionen sparen“ schlecht. Aus Sicht des Zielbegriffs selbst. Weil es die Frage nicht beantwortet – wie spart man eigentlich?
Wenn man sich ein solches Ziel setzt, reicht das aktuelle Einkommen nicht aus, um die gewünschte Summe anzusparen. Und man muss sich etwas einfallen lassen. Eine Beförderung im Job bekommen, im Geschäft mehr Gewinn erzielen, etwas Neues anfangen.
Aber dann müsste man das Ziel auch anders formulieren. Oder nicht?
Beispielsweise sagt das Ziel „10 kg abnehmen“ nur aus, dass man mit seinem aktuellen Gewicht unzufrieden ist. Aber auf die wichtigste Frage – wie man diese verdammten Zehn loswird – gibt es keine Antwort. Obwohl es nur zwei Wege gibt, das Ziel zu erreichen: entweder weniger essen oder mehr verbrauchen. Am besten beides gleichzeitig.
Also muss man das Ziel anders setzen. Zum Beispiel „Sport 2 Mal pro Woche“. Oder „sich jeden Tag an die Kcal-Werte halten“.
Und dann ist klar, was man mit einem solchen Ziel macht – es beantwortet die Frage „wie“. Und wenn man wirklich 2 Mal pro Woche Sport treibt und sich an die Kcal-Werte hält, wird man abnehmen. Ohne Alternative.
Eigentlich will ich darauf hinaus: Bei Reminder gab es einen guten Artikel darüber, dass man statt Zielen Systeme schaffen sollte. Wie im obigen Beispiel – nicht „abnehmen“, sondern „2 Mal pro Woche Sport treiben“. Nicht „Englisch verbessern“, sondern „jeden Tag 15 Minuten in der App lernen“.
Aber es gibt auch eine schlechte Nachricht. Wenn man sich ein Jahresziel setzt, spürt man Frustration nur einmal – am Ende des Jahres, wenn man merkt, dass man in den nächsten anderthalb Tagen weder 10 kg abnimmt noch 100 Millionen verdient.
Bei einem System hingegen bekommt man jedes Mal einen mentalen Klaps, wenn man es ignoriert. Denn ein System bedeutet, dass man ständig etwas tun muss. Jeden Tag, jede Woche, jeden Monat.
Aber nur so kann man etwas erreichen.
Insgesamt spricht mich das an. Deshalb habe ich für 2026 meine Ziele genau nach diesem Schema geplant. Mal sehen, was daraus wird.
Und wie sieht es bei euch mit den Zielen aus?
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