Ich kaufe gerne gleich 5-6 Bücher auf einmal, damit ich zu Hause immer etwas zu lesen habe. Und so kam es, dass sich in meinem letzten Einkauf gleich zwei Bücher befanden, die sich für eine Erwähnung hier eignen. Nämlich solche, in denen die Themen Selbstentwicklung, Psychologie und Philosophie in die Handlung eingewoben sind.

Heute geht es um das Buch von Laurent Gounelle "Der Gott des kleinen Glücks" (Original: "Dieu voyage toujours incognito"). Es gibt keinerlei religiöse Anspielungen in dem Buch, also keine Angst vor dem Titel. Im Roman zieht sich die Idee durch, dass, wenn „Gott“ sich in unser Leben einmischt, er dies verborgen tut, durch zufällige Begegnungen, Ereignisse und Menschen, und dabei unauffällig bleibt. Aber wen der Autor zum „Gott“ ernannt hat – das wird jeder für sich selbst erraten müssen.

Der Held Alan schließt einen Deal mit einem Fremden und verpflichtet sich, alle Aufgaben zu erfüllen, die dieser ihm stellt. Durch diese Aufgaben führt der Autor den Leser durch zentrale Themen: Verantwortung für das eigene Leben, Angst vor Veränderungen, mangelndes Selbstvertrauen, die Gewohnheit, auszuhalten und sich mit weniger zufrieden zu geben (einschließlich Unzufriedenheit mit der Arbeit).

Stellenweise entfacht die Handlung Interesse und regt zum Nachdenken über einige innere Fragen an:
✔️Welche „Aufgaben“ schiebe ich jahrelang auf, weil es unangenehm, beängstigend ist oder ich keine Zeit dafür habe?
✔️In welchen Situationen halte ich aus, unterschätze mich, tue so, als sei alles in Ordnung?
✔️Was bedeutet es für mich in der Praxis, „das Leben selbst in die Hand zu nehmen“, anstatt auf einen geheimnisvollen Retter zu warten?

Vom literarischen Stil und der Tiefe der Charaktere her ist das Buch für mich eher durchschnittlich. Aber als Einstieg in das Thema persönliches Wachstum und als Anlass, über die eigenen Verhaltensmuster nachzudenken – eine durchaus brauchbare Geschichte! Nicht umsonst schafft der Autor, ein Spezialist für Entwicklungspsychologie, bewusst Werke, die leicht und interessant zu lesen sind, ohne Moralpredigten und belehrende Fakten.

Wenn ihr es schon gelesen habt, teilt mit, zu welchen Gedanken euch der Roman angeregt hat?

#zum_Nachdenken