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Am 1. Mai kommt die warmherzige Familienfantasie „Legenden unserer Vorfahren“ in die Kinos. Wir haben den Film auf dem 47. Moskauer Internationalen Filmfestival gesehen und teilen unsere Eindrücke von der neuen Arbeit des wohl einfühlsamsten Regisseu...

Ivan Sosnin hat sich längst als Autor etabliert, der über Menschen und für Menschen dreht, und das mit großer Liebe zu Geschichten und ihren Figuren. Woher nimmt er nur diese berührenden Handlungen?

Der Provinzjournalist Anton (Alexander Yatsenko) macht sich auf einen routinemäßigen Auftrag – einen Artikel über einen neuen Wohnkomplex zu schreiben, der in der abgelegenen Taiga gebaut werden soll. Dort trifft er, ob zufällig oder nicht, eine halbwahnsinnige alte Frau, die ihm die Legende vom Herrn des Waldes, Nyulesmurt (Anton Kuznetsov), erzählt. Es stellt sich heraus, dass die alte Frau die Hüterin der alten Sage ist, und solange sie lebt und sich daran erinnert, lebt auch Nyulesmurt.

Am 1. Mai kommt die warmherzige Familienfantasie „Legenden unserer Vorfahren“ in die Kinos. Wir haben den Film auf dem 47. Moskauer Internationalen Filmfestival gesehen und teilen unsere Eindrücke von der neuen Arbeit des wohl einfühlsamsten Regisseurs des modernen russischen Kinos – Ivan Sosnin.
Standbild aus dem Film „Legenden unserer Vorfahren“

Zurück in der Stadt beginnt Anton, eine märchenhafte Kreatur zu sehen, die aussieht wie eine Mischung aus Chewbacca und einem Yeti mit einem Stab. Diese erklärt dem Helden, dass er nun der neue Hüter der Legende sei. Und Nyul, wie Anton ihn liebevoll nennt, hat auch einen Bruder und eine Schwester, und die ganze Familie muss gerettet werden, denn ihre Hüter sind ebenfalls alte Menschen, die bald sterben werden, und damit auch die fantastischen Wesen – die Nixe Shishiga (Natalya Pavlenkova) und der Bergherrscher Njor-Oika (Yuri Kolokolnikov). Ironischerweise könnte auch Antons eigene Familie eine Rettung gebrauchen, denn mit seiner Frau Lisa (Maryana Spivak) ist er geschieden und mit seiner Tochter Mira (Alexandra Babaskina) hat er kaum Kontakt.

Mira kommt in den Ferien zu Besuch bei ihrem Vater, und sie begeben sich auf eine Reise, auf der sie nicht nur eine enge Beziehung zueinander aufbauen, sondern auch die mythischen Wesen retten müssen. Mira zeichnet ständig alles, was unterwegs passiert, in ihr Notizbuch und interessiert sich aufrichtig für jeden, der ihnen begegnet.

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Standbild aus dem Film „Legenden unserer Vorfahren“

Die Helden treffen einen geheimnisvollen alten Einsiedler, der kein Russisch spricht, und dann eine alte kranke Frau mit Demenz. Beide Figuren sind unglaublich berührend in ihrer Einfachheit und Offenheit. Zoya Bagynanova spielt nicht zum ersten Mal eine Heldin mit einer schrecklichen Krankheit. In Dmitry Davydovs Film „Es gibt keinen Gott außer mir“ hatte sie die Rolle einer Mutter, die an Demenz leidet. Es sei auch daran erinnert, dass Alexandra Babaskina in dem sehr wichtigen Film über Demenz von Svetlana Ustinova „Jahreszeit Winter“ mitspielte.

Indem Anton die märchenhafte Familie rettet, rettet er gewissermaßen auch sich selbst und die guten Beziehungen zu seiner eigenen Familie. Und das Ergebnis dieser ganzen Geschichte ist der Traum eines jeden Schriftstellers oder Künstlers – denn es entsteht das „Rote Buch der mythischen Wesen“ mit Miras niedlichen Zeichnungen.

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Standbild aus dem Film „Legenden unserer Vorfahren“

Ivan Sosnin ist erneut eine sehr warmherzige Familiengeschichte gelungen, in der viel über Wichtiges gesprochen wird, viel Verletzlichkeit, viel Helles und nicht weniger ironische Momente zu finden sind. Alles zusammen wird zu einem märchenhaften Roadmovie, das buchstäblich niemanden unberührt lässt. Man wird das Kino mit verweinten Augen und dem großen Wunsch verlassen, die Liebsten anzurufen und einen guten Film zu empfehlen.