
Man könnte meinen, es gäbe keinen Film, den Bette Midler nicht retten könnte. Dank ihr kann man sich „Hocus Pocus 2“ sogar ansehen. Na ja, fast.
Synopsis
Vor neunundzwanzig Jahren wurden die wiederauferstandenen Schwestern Winifred (Bette Midler), Mary (Kathy Najimy) und Sarah (Sarah Jessica Parker), die mit schwarzer Magie die Jugend von Kindern stehlen können, aus unserer Welt verbannt. Nun ist es an der Zeit, die Bedrohung einer erneuten Rückkehr der Hexen in unsere Welt ein für alle Mal zu beseitigen – denn neue Helden müssen sich ihnen von Angesicht zu Angesicht stellen.
Wie die Sanderson-Schwestern zu ihren Zauberkräften kamen, was drei Freundinnen aus dem 21. Jahrhundert ihnen entgegensetzen können und welchen Preis Winnie, Mary und Sarah für unermessliche Macht zu zahlen bereit sind – all das gilt es in der Fortsetzung des alten Klassikers zu erfahren.
„Hocus Pocus 2“ ist kein sehr guter Film
Ich spreche gar nicht erst davon, dass Sequels, Prequels, Remakes und Reboots allmählich zu nerven beginnen. Besonders die, die nach sehr vielen Jahren gedreht werden. Aber es gab Beispiele dafür, wie neue Filme zu durchaus anständigen eigenständigen Filmen wurden (die gleichen ), also starb die Hoffnung nicht bis zuletzt.
Aber die Handlung … Warum läuft wieder alles auf die völlige Inkompetenz der meisten modernen Drehbuchautoren in Hollywood hinaus? Warum ist der Markt überschwemmt mit Filmen, die wie eine Ansammlung nicht zusammenhängender Sketche wirken? Wo sind die interessanten und auch nur annähernd originellen Ideen?
Und das ist noch ohne die Erwähnung der neuen Hauptheldinnen. Die sind einfach nichtssagend, auch wenn ich persönlich nichts gegen Whitney Peak, Belissa Escobedo oder Lilia Buckingham habe, die ihre Rollen sehr nachlässig spielen. Das kann man vielleicht darauf zurückführen, dass sie einfach nichts haben, womit sie arbeiten können. Von den jungen Schauspielern kann man wohl nur Taylor Henderson hervorheben, die Winnie im Alter von 16 Jahren sehr ähnlich darstellte, und Froy Gutierrez, der zumindest verstand, dass man in einem Film namens „Hocus Pocus 2“ übertreiben kann und soll.
Ach ja, und wohin sollen wir uns vor dem Trend der „Weichzeichnung“ geliebter Figuren verstecken? Denn wir müssen ja unbedingt eine traurige Vorgeschichte für die drei Schwestern bekommen, die im Original Kinder töteten und Satan anbeteten. Und sie so niedlich wie möglich machen, während dem Film gleichzeitig der Grenzgang zum Anstößigen genommen wird, der ihn so beliebt machte.
Kurzum, langweilig, klischeehaft und mary-sue-haft. Nichts Neues.
Was „Hocus Pocus 2“ rettet
Aber man kann nicht sagen, dass der Zuschauer keinerlei Vergnügen beim Anschauen haben wird. Denn der Film wird buchstäblich aus dem Sumpf gezogen von ebendiesen Sanderson-Schwestern.
Midler, Najimy und Parker haben sichtlich unendliche Freude daran, ihre grotesken Heldinnen darzustellen – genau wie im fernen Jahr 1993, als sie „Hocus Pocus“ zu einem kulturellen Phänomen machten. Gesellschaft leistet ihnen der stets interessante Doug Jones, auch wenn seine Figur ebenfalls nur für den Fanservice wiederbelebt wurde und keinerlei dramaturgisches Gewicht hat.
Außerdem kann ich nicht unerwähnt lassen, dass ein paar Witze ein Schmunzeln hervorriefen und die Musiknummer, die das hiesige Äquivalent zu dem genialen „I put a spell on you“ aus dem Originalfilm ist, sich als durchaus geistreich und passend erwies. Aber sie hob sehr deutlich das Hauptproblem der Rückkehr geliebter Figuren hervor.
Leider scheint die Energie, die die Schauspielerinnen vor 30 Jahren hatten, wie durch fünf geteilt worden zu sein. Natürlich ist es etwas unfair, die 48-jährige Midler mit der 76-jährigen Midler zu vergleichen. Aber die Macher fordern es ja selbst heraus. Die Ausdruckskraft, Verspieltheit und Lebendigkeit der Sanderson-Schwestern – das war es, was ihre Figuren legendär machte, daher sind die Bemühungen des Regisseurs, alles mit dynamischer Kameraführung zu kaschieren, zumindest verständlich.
Fazit
Eine kleine lyrische Abschweifung – die Autorin dieses Artikels kann nicht als völlig unvoreingenommen bezeichnet werden. Denn seit vielen Jahren antworte ich auf die Frage, wen ich für meine liebste Schauspielerin halte, stets: „Bette Midler“. Und es freut mich sehr zu sehen, dass sie immer noch eine Wucht ist.
Andererseits, wenn selbst mir ihr Charisma und ihre Bühnenfähigkeiten nicht ausreichen, um den Film zu genießen, dann weiß ich auch nicht.
Kurzum, ich habe keine Ahnung, wem ich den neuen „Hocus Pocus 2“ empfehlen soll. Wer das Original nicht gesehen hat oder nicht mag, dem wird das Sequel nicht gefallen. Diejenigen, die vom ersten Film begeistert waren, wird der zweite sehr enttäuschen. Vielleicht, wenn ihr sehr gelassen gegenüber „Hocus Pocus“ seid und ihn nur ein paar Mal auf einem Privatsender gesehen habt, könnte die Fortsetzung zumindest ein Gefühl von Nostalgie hervorrufen. Aber in diesem Fall würde ich eher empfehlen, den alten Film noch einmal anzusehen.
Frohes Halloween im Voraus.
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