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Wir erzählen, wie „Der Klon“, die Geschichte über Karen Gillans Kampf mit ihrem eigenen Doppelgänger, die Erwartungen der Zuschauer täuscht und auf versteckte Weise den Kapitalismus kritisiert.

Am 19. Mai kommt „Der Klon“ (Dual) in die Kinos, der neue Film von Riley Stearns, dem Regisseur, der mit seinem vorherigen Werk „The Art of Self-Defense“ viele Kritiker aufgewühlt hat. Wie schon beim letzten Mal versteckt der Filmemacher unter der Maske eines oberflächlichen Popcorn-Films eine Kapitalismuskritik. Und wie beim letzten Mal ist das Ergebnis kontrovers, aber interessant. In gewisser Weise ist dieser technologische Horrorstreifen im Stil von „Black Mirror“ mit zwei Karen Gillans und einem tanzenden Selbstverteidigungstrainer Aaron Paul beunruhigend und ... lustig geworden.

Sich selbst töten

In der nahen Zukunft haben Menschen das Recht, sich einen Klon anfertigen zu lassen, wenn sie eine tödliche Diagnose erhalten. Genau in diese Situation gerät Sarah (Karen Gillan), die trotz der widersprüchlichen Beziehungen zu ihren Angehörigen nicht den Mut aufbringt, sie mit ihrem Tod zu betrüben. Doch einige Zeit später wird die Frau vollständig gesund, und laut Gesetz darf nur eine Version der Persönlichkeit existieren. Zur Lösung solcher Probleme gibt es ein tödliches Duell, das entscheidet, wer es mehr verdient zu leben. Also muss Sarah sich ihrem eigenen Doppelgänger stellen.

Die Handlung und das Werbematerial des Films „Der Klon“ schreien förmlich danach, dass den Zuschauer ein harter Actionfilm über den Kampf ums Überleben erwartet, eine Art „Die Tribute von Panem“ im Miniformat. Kein Wunder, dass sich die Heldin von Karen Gillan für die Vorbereitung an die brutale Figur von Aaron Paul wendet, der versucht, das Tier in ihr zu wecken. In Wirklichkeit geht es in der Geschichte jedoch überhaupt nicht darum.

Klon ansehen

Stearns täuscht geschickt die naiven Erwartungen des Publikums. Statt einer Warnung vor der Ambivalenz neuer Technologien bietet er beunruhigende Gedanken darüber, was vom Menschen übrig bleibt (besonders aktuell in der Pandemiezeit). Statt einer Fülle blutiger Kämpfe – Tänze zu „Get Low“ von Lil John. Und der finale Twist kann durchaus zwiespältige Eindrücke hinterlassen, um nicht mehr zu sagen.

Aber in dieser Unberechenbarkeit und Nicht-Offensichtlichkeit liegt wohl der Hauptreiz des Films „Der Klon“. Er ist seltsam, er versucht nicht zu gefallen, er kann unterhalten, aber nur unter der Bedingung, dass man bereit ist, nach den Regeln des Autors zu spielen. Das bedeutet, zwischen den Zeilen zu lesen und Freude am Prozess zu haben, nicht am Ergebnis. Und natürlich dort zu lachen, wo es keine direkten Witze gibt.

Offensichtliche und weniger offensichtliche Untertöne

Wie in „The Art of Self-Defense“ kritisiert Riley Stearns in diesem Film nebenbei den Kapitalismus. Diesmal hat es das Wesen selbst erwischt – das Erreichen persönlicher Vorteile und Güter trotz allem anderen (Umstände, Menschen usw.). Dieses Streben wird in der traditionellen kapitalistischen Gesellschaft normalerweise als positiv gepriesen: „Mach dich selbst“, „Amerikanischer Traum“ und all das. Stearns hingegen macht sich ironisch darüber lustig und sagt, dass es nicht immer um Leistung geht. Und das Gewünschte, Überraschung, Überraschung, bringt vielleicht nicht das erwartete Glück.

Klon Film

Darüber hinaus ironisiert der Regisseur erneut über die Natur der Gewalt. Seiner Meinung nach, der man leicht zustimmen kann, bringt Grausamkeit keinen Frieden, sondern schadet nur beiden Konfliktparteien. Und selbst wenn man noch so sehr im Recht ist, ist das kein Ausweg.

Probleme des Films „Der Klon“

Die unbestreitbaren Pluspunkte des Films erlauben es leider nicht, die Augen vor seinen Mängeln zu verschließen.

Erstens ist „Der Klon“ zweitrangig. Wie bereits oben erwähnt, wiederholt er vieles aus dem vorherigen Werk des Autors, ohne wirklich etwas Neues einzubringen. Und ein Witz, der zweimal wiederholt wird, wirkt oft nicht mehr so lustig.

Zweitens sind die Charaktere so faul geschrieben, dass man das Gefühl bekommt, dass Anfänger in einem Drehbuchkurs das besser hinbekommen hätten. Am Ende haben wir Sarah, die ein tristes Leben führt (warum?) und Probleme mit Verwandten hat (weshalb?), aber den Wunsch zu leben (wozu?). Warum es uns interessieren sollte, ihr zu folgen, geschweige denn Empathie zu zeigen, ist unklar. Die Nebenfiguren haben noch weniger Eigenschaften abbekommen.

Klon Karen Gillan

Drittens ist die Zukunftswelt hier so bedingt, dass es einem die Nackenhaare aufstellt. Klone tauchen hier aus Reagenzgläsern auf, und Filme werden aus irgendeinem Grund immer noch auf DVD geschaut. Aus Drehbuchsicht gibt es hier keine annähernd interessante Arbeit zur Schaffung eines zusätzlichen Ambientes. Umstände um der Umstände willen, Textur um der Textur willen.

So kommt es, dass „Der Klon“ buchstäblich aus Widersprüchen gewebt ist, weshalb es fast unmöglich ist, ihn zum Anschauen zu empfehlen. Höchstens für persönliche Fans von Karen Gillan, die nun zum zweiten Mal den Zuschauern eine doppelte Dosis ihrer selbst verabreicht (das erste Mal war zu Zeiten von „Doctor Who“).

„Der Klon“ ab 19. Mai im Kino.

Trailer: