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Der lang erwartete „Dune“ von Denis Villeneuve ist endlich auf den großen Leinwänden erschienen. Dieser Slowburner von intergalaktischem Ausmaß wurde von Fans der Vorlage (der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Frank Herbert), Fans des Regis...

Wenn Leute, die von Emotionen für die Vorlage brennen, ans Werk gehen, entsteht entweder ein Meisterwerk oder ein Film wie David Lynchs Version. Bei all seiner Magie vergisst „Dune“ die grundlegenden Dinge – uns jemanden oder etwas zu geben, um das wir uns nach dem Film sorgen, mitfiebern oder nachdenken können.

D – Die Seele des Films

Die Helden des neuen „Dune“ sind entpersönlicht, sie haben keine ausgeprägten Charaktere. In zweieinhalb Stunden hat Villeneuve nicht einmal Paul Atreides (Timothée Chalamet) enthüllt. Dabei ist er die zentrale Figur des Films. Ja, die Anzahl der Helden ist groß, aber es gab genug Zeit für ihre Entwicklung. Wir wissen, dass dies nur ein Teil einer Dilogie ist, und vielleicht will Villeneuve im zweiten Teil alle enthüllen, aber im zweiten Teil sollten es bereits andere Helden sein, verändert durch den Ort, an dem sie sich befinden, und die Ereignisse, in die sie geraten sind.

Wir wissen nur, dass die Harkonnens böse sind (danke Stellan Skarsgård, der den Baron so widerlich darstellt, dass einem allein beim Anblick übel wird), die Atreides gut sind, der Kaiser wird beiläufig erwähnt und ist eher in einer Grauzone. Villeneuve zeigt den Kaiser nicht, umgeht die Figur des Feyd-Rautha völlig und schweigt über die inneren Konflikte der Charaktere.

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Baron Vladimir Harkonnen – Oberhaupt des Hauses Harkonnen

Die Handlung des Films „Dune“ ist unglaublich dürftig, besonders für Kenner der Vorlage. Villeneuve hat aus Gründen der Kinematographie viele wichtige Momente entfernt:

  • Das Festmahl auf Arrakis, bei dem Liet Kynes (in dieser Version wird die imperiale Planetologin von Sharon Duncan-Brewster gespielt) Sympathie für die Atreides entwickelt, und dann werden die Motive ihrer weiteren Handlungen verständlich;
  • Die Prüfung Pauls durch die Reverend Mother (Charlotte Rampling) wurde verräterisch spärlich gezeigt. Und das flüchtige Gespräch zwischen Jessica (Rebecca Ferguson) und der Reverend Mother über Pauls Bestimmung;
  • Viel zu wenig Thufir Hawat (Stephen Henderson) und des Barons Mentat Piter de Vries (David Dastmalchian) – Chef der Assassinen;
  • Der Moment über die Bedeutung der Aneignung des Rings des Hauses Atreides durch den Baron wurde ausgelassen;
  • Und natürlich verschwanden die Zweifel der Helden darüber, wer der Verräter im Hause Atreides ist.

Vieles fiel der Schere zum Opfer, aber war es das wert? Die unendlich langsamen und langen Einstellungen, mit denen Villeneuve den Zuschauer schon in „Blade Runner 2049“ verwöhnte, sind hier ziemlich leer und unfruchtbar.

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Lady Jessica, Konkubine und treue Verbündete des Grafen Leto Atreides

Die Einzige, die eine durchdringende schauspielerische Leistung zeigt, ist Rebecca Ferguson. Ihre Jessica ist eine liebende Mutter, eine scharfsinnige Partnerin des Herzogs Leto (Oscar Isaac), hervorragend ausgebildet und nutzt ihre Macht als Bene Gesserit anmutig. Ein Punkt: Eine der Eigenschaften der Zöglinge des Ordens der Bene Gesserit ist die vollkommene Beherrschung ihrer Emotionen und Gedanken. Das heißt, sie sind in jeder Situation makellos beherrscht. Das kann man von Jessica nicht behaupten. Sie verbirgt ihre Emotionen und Gefühle überhaupt nicht. Dabei sollte es umgekehrt sein.

D – Dune musikalisch

Hans Zimmer hat für jede Lokation eine eigene musikalische Untermalung entwickelt. Die einprägsamsten Motive sind die musikalischen Themen der Bene Gesserit und die amazonischen Gesänge der Bewohner von Arrakis. Der Komponist stand vor der Aufgabe, völlig neue musikalische Verflechtungen zu schaffen, denn die Musik der Weltraumbewohner muss völlig anders sein als alles, was es auf der Erde gibt.

Denis Villeneuve gab zu, dass er sehr nervös war, dem deutschen Komponisten vorzuschlagen, sich dem Projekt anzuschließen, und nicht einmal hoffte, dass dieser frei sein würde. Zimmer wiederum lehnte die Arbeit an ab, um sich voll und ganz dem Schreiben der Musik für „Dune“ zu widmen. Der Komponist verbrachte mehrere Monate damit, nach einem neuen Klang zu suchen, der das gesamte Ausmaß und die Fülle der Welt des zukünftigen Films vermitteln könnte.

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Varvara Uljanenok
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Ornithopter – Fluggerät

F – Fragen

Bei denen, die mit der Vorlage nicht vertraut sind, bleiben offensichtlich Fragen. Wer ist dieser Orden der Bene Gesserit, und welche Rolle spielen sie im Schicksal des Universums? Warum schickte der Padishah-Imperator das Haus Atreides, um den gefährlichsten und wertvollsten Planeten im Universum zu regieren, anstatt der Harkonnens, die dort fast ein Jahrhundert lang herrschten? Warum sind diese beiden Häuser verfeindet? Warum wird Melange als Gewürz bezeichnet? Wie funktionieren Destillationsanzüge? Und noch viele kleine Momente, die mit kräftigen Pinselstrichen über diese epochale Leinwand verstreut sind.