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Wir erzählen vom Film „Schwein“, der möglicherweise Cages Karriere als ernsthafter dramatischer Schauspieler wiederbeleben wird.

Der verwilderte Einsiedler Rob (Nicolas Cage) lebt mit seinem Schwein in der Wildnis von Oregon. Der ehemalige Chefkoch eines renommierten Restaurants verließ die Stadt nach dem Tod seiner Frau und machte sich selbstständig. Mit Hilfe des speziell ausgebildeten Tierchens beschafft er Trüffel für Amir, den Sohn des Restaurantbesitzers. Eines Tages dringen Einbrecher in Robs Haus ein, verprügeln ihn und stehlen sein einziges Schwein. Der Verlust des Ferkels ist der Hauptgrund, zu alten Bekannten in die Stadt zurückzukehren und sich an seine kulinarischen Fähigkeiten zu erinnern.

Dramatische Version von „John Wick“

„Schwein“ (Pig) ist einer der wichtigsten Filme dieses Sommers, von dessen Existenz niemand hätte erfahren können. Regisseur und Drehbuchautor des Films Michael Sarnoski ist selbst in engen Kreisen eine unbekannte Größe, ebenso wie der Kameramann des Films Patrick Scola.

Schwein Film

Darüber hinaus hätte der Film selbst mit einem erfolgreichen Kinostart in der Menge anderer Rachefilme untergehen können. Mit seiner Prämisse erinnert der Film an den Kassenschlager „John Wick“: Einem erwachsenen Mann wird sein Haustier gestohlen (dort war es ein Hund), was zum Anlass wird, sich an sein altes Leben zu erinnern. Doch schon nach der Prämisse schlagen die Filme entgegengesetzte Genre-Richtungen ein: „Schwein“ verwandelt sich von einem zweitklassigen Thriller in ein Drama, und die persönliche Tragödie eines einsamen Mannes rückt in den Mittelpunkt.

Einsamkeit als Haupthandlungsstrang

In der Stadt trifft Rob auf seine Bekannten und erinnert sich an die Ereignisse der vergangenen Jahre, von denen der Tod seiner Frau das wichtigste ist – das, wovor er einst in den Wald geflohen ist. Die Einsamkeit verfolgt auch Amirs Vater: Er hat seine Frau verloren und erinnert sich sehr schmerzhaft an ihr gemeinsames Abendessen. Daher wird der gesamte Konflikt am Ende am Tisch gelöst und nicht in einer Schlägerei.

Schwein 2021

Ähnliche Themen der Einsamkeit und familiären Verluste gab es vor nicht allzu langer Zeit in „Gunda“ – einem dokumentarischen Schwarz-Weiß-Film von Victor Kossakovsky, in dem eine Muttersau die Hauptfigur war. Der Film erinnert auch an das Werk Hemingways: Die Erzählung ist in drei Teile mit charakteristischen Überschriften unterteilt, und im Mittelpunkt stehen zahlreiche persönliche Konflikte.

„Beurteile einen Menschen nicht nach seinem Äußeren“ – das ist eine der Lektionen, die der Film „Schwein“ vermittelt. Der Regisseur täuscht den Zuschauer absichtlich, indem er zunächst einen harten und starken Mann in den Mittelpunkt stellt und dann eine für Thriller typische Prämisse schafft. Am Ende wird es keine einzige Kampfszene im Film geben, und auch keine Antagonisten.

Rehabilitation von Cage

Das Drehbuch ist der stärkste Teil des Films. Es war es, das Nicolas Cage anzog – den Produzenten des Films, der darin die Hauptrolle spielte. Die triumphale Rückkehr ins Dramen-Genre nach Dreharbeiten in zweitklassigen Horrorfilmen und Actionfilmen ist das Beste, was dem Schauspieler passieren konnte. Das Bild des einsamen Mannes, höchstwahrscheinlich persönlich, beweist einmal mehr, dass Cage eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Gegenwart ist, die völlig unterschiedliche Helden spielen kann. An seiner Seite schloss sich Alex Wolff an – ein Neuling, der im neuen „Jumanji“ und im Film von M. Night Shyamalan zu sehen war. Ihr schauspielerisches Duo ist ebenfalls ein Grund, den Film anzusehen.

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Ein weiterer Pluspunkt des Films ist seine elegante Einfachheit. Zuschauern jeden Alters wird der „kulinarische Konflikt“ sowie die Rolle jeder Figur in der Handlung verständlich sein. Daher ist die Altersfreigabe „18+“ hier eher überflüssig: Statt Grausamkeit enthält der Film viele Lebenslektionen, die sogar für Jugendliche verständlich sind. Überraschend ist auch die Katharsis des Films, wenn die Zuschauer den unerwarteten Kontext der Hauptereignisse erfahren.

Sollte man den Film „Schwein“ ansehen?

„Schwein“ ist die Sensation dieses Jahres, die der Welt einen neuen talentierten Regisseur offenbart hat. Es bleibt zu hoffen, dass der Film ein potenzieller Teilnehmer der Preissaison wird, denn alles dafür ist vorhanden: eine gute Besetzung, eine verständliche Handlung und gesellschaftliche Relevanz.

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