
Star-Besetzung, wunderschöne irische Landschaften, ein Broadway-Stück als Grundlage – all das bietet der Film „Wildes Paar“. Aber ist er auch sehenswert? Die Antwort erfahren Sie in unserer Rezension.
Am 11. Februar startet der irische Film „Wildes Paar“ (Wild Mountain Thyme) in den russischen Kinos, in dem Jamie Dornan und Emily Blunt die Hauptrollen spielen. Wir verraten, was man von dem Film John Patrick Shanleys erwarten kann und warum er in Wirklichkeit anders ist, als er auf den ersten Blick scheint.
Romantik von den irischen Feldern
Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Dorfbewohner Anthony (Dornan) und Rosemary (Blunt), die sich seit ihrer Kindheit kennen und heimlich ineinander verliebt sind. Aber sie können einfach nicht zusammenkommen, sei es wegen der endlosen Unsicherheit des jungen Mannes oder wegen äußerer Umstände und Territorialstreitigkeiten. Und so wäre es auch weitergegangen, wäre nicht der selbstbewusste und verführerische Verwandte von Anthony aus Amerika (Jon Hamm) aufgetaucht, der Rosemary vorschlägt, die Farm aufzugeben und mit ihm in die USA zu gehen.
Dem Film „Wildes Paar“ liegt ein Broadway-Stück von John Patrick Shanley selbst zugrunde. Und es entsteht der Eindruck, dass er bei der Übertragung des Materials auf die große Leinwand eine gewisse Theatralik von den Schauspielern und der Inszenierung anstrebte, weshalb alles, was auf der Leinwand passiert, ... seltsam wirkt. Seltsamer Humor, seltsame Dialoge, seltsame Emotionen, seltsamer zentraler Konflikt.
Zu der allgemeinen Seltsamkeit des Films kommt eine Reihe irischer Klischees hinzu. Wenn die Kamera wieder einmal über die endlosen grünen Hügel schwenkt und im Hintergrund eine Flöte erklingt, fragt man sich: „Ist das ernst gemeint oder ist das eine unverständliche Ironie?“ Und das, obwohl wir noch gar nicht von dem schrecklichen und wiederum klischeehaften irischen Akzent gesprochen haben, über den sich westliche Zuschauer und Filmkritiker beschweren (in dieser Hinsicht haben wir mit der Synchronisation großes Glück gehabt). Wenigstens wurden keine Leprechauns eingeschleust.
Skurrile Charme
Wenn Sie nach dem Lesen der Inhaltsangabe und dem Anschauen der Trailer dachten, dass Sie eine leichte romantische Komödie über verrückte Liebe erwartet, dann ist der Film in Wirklichkeit anders. Er ist überhaupt anders. Es ist keine typische Romcom mit dem üblichen Klischee-Repertoire des Genres, wie einer lebhaften Begegnung und einer Reihe von Szenen, in denen die Helden sich streiten, versöhnen, sich im Regen küssen (obwohl, nein, einiges davon gibt es doch). „Wildes Paar“ ist eine viel skurrilere Geschichte über ungewöhnliche Menschen, die in gewisser Weise von der Realität losgelöst sind.
Und in dieser Skurrilität liegt wohl der Hauptcharme des Films. Der gutaussehende Jamie Dornan in der Rolle eines unbeholfenen Landbewohners zaubert immer wieder ein Lächeln hervor. Emily Blunt, die es auf der Leinwand gewohnt ist, alles selbst in die Hand zu nehmen, kann einen nur in sich verliebt machen. Aber reicht das für die Zufriedenheit beim Anschauen?
„Wildes Paar“ ist ein Film, den man wirklich lieben und in eine Reihe mit Filmen wie „Silver Linings“ stellen möchte, aber das wird wohl nicht gelingen.
Trailer:
Kommentare
0Noch keine Kommentare.