Das Unternehmen „ApatitAgro“ hat mit der Abholzung eines Reliktwaldes auf dem Gebiet der Apatit-Lagerstätte Oschurkowo im Ivolginski-Distrikt Burjatiens begonnen.

Die Arbeiten begannen trotz monatelanger Proteste der Bewohner der benachbarten Dörfer Oschurkowo und Sotnikowo. Für die Abholzung sind 13,7 Hektar vorgesehen!

Das Gelände wird für geologische Erkundungsarbeiten gerodet.
Aktivisten befürchten, dass nach Beginn des vollständigen Abbaus der Lagerstätte das Ausmaß der Waldzerstörung noch größer sein wird.

Die Apatit-Lagerstätte Oschurkowo befindet sich 800 Meter vom Fluss Selenga entfernt, einem der Hauptzuflüsse des Baikalsees. Die Erzreserven werden auf 2,8 Milliarden Tonnen geschätzt. „ApatitAgro“ plant, bis zu 63 Milliarden Rubel in den Bau einer Aufbereitungsanlage zu investieren, die etwa 200 Meter von Wohnhäusern entfernt errichtet werden soll.

Die Bewohner von Oschurkowo und Sotnikowo protestieren seit Juli 2025 gegen den Abbau der Lagerstätte. Die öffentlichen Anhörungen in Ulan-Ude Ende Juli 2025 versammelten Hunderte von Menschen, die sich gegen den Tagebau auf 546 Hektar aussprachen: Die Bewohner verwiesen auf Risiken der Wasserverschmutzung und das Auftreten seismischer Aktivität.

Die Menschen nahmen Videobotschaften an den Präsidenten auf. Im Februar 2026 führten die Bewohner Mahnwachen mit Plakaten „Oschurkowo schützt den Baikal“ durch.


Die Behörden Burjatiens ignorierten die Reaktion der Bewohner konsequent. Der Regionschef Alexei Zydenow erklärte, die Proteste würden von außerhalb der Republik koordiniert. Das Projekt erhielt einen positiven Bescheid der Umweltprüfung – trotz Kritik von Wissenschaftlern, darunter von der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Nach
Meinung
der Wissenschaftler wird der Abbau zu einer Veränderung der chemischen Zusammensetzung des Grundwassers, einer Erhöhung der Konzentration von Schwermetallen und der Freisetzung erheblicher Mengen Phosphor in die Umwelt führen. Infolgedessen, so meinen sie, werde der Baikalsee geschädigt. Die Behörden bestehen darauf, dass der Abbau etwa 600 Arbeitsplätze schaffen und der Natur keinen Schaden zufügen werde.


Die Erschließung dieser Lagerstätte hat bereits einen besorgniserregenden historischen Präzedenzfall: Nach
Aussagen von Anwohnern endeten ähnliche Arbeiten hier in den 1980er Jahren mit der Einleitung giftiger Abfälle in die Selenga. Die Menschen brachten damit schwere Krankheiten in Verbindung, an denen sie massenhaft zu erkranken begannen. Das Projekt wurde damals aufgegeben – an der Stelle der alten Abbaustätten gibt es bis heute fast keine Vegetation, der Boden hat sich nicht erholt.