Gut, durchgebrochen. Mit der Arbeit begonnen. Und dann das andere Extrem. Anstatt mit minimalem Aufwand einen MVP zu basteln (wovon buchstäblich jeder redet) und zu starten, verbessert man das Produkt endlos. Und das ist buchstäblich ein Ouroboros.
Und gut, wenn es das erste Projekt ist. Okay, jeder muss da durch.
Aber verdammt. Ich bin 32. Und in den letzten 15 Jahren habe ich viel gebaut. Mit unterschiedlichem Erfolg. Es gab offensichtliche Misserfolge, an die ich nicht erinnert werden möchte. Es gab auch Dinge, auf die ich stolz sein kann. Schließlich eine Schwimmschule aufzubauen, obwohl man selbst nur in der Technik „Axt“ schwimmen kann, also nur nach unten auf den Grund – das ist auch ein cooler Fall.
Aber aus irgendeinem unergründlichen Grund gerate ich bei der Erstellung neuer Produkte immer wieder in diesen endlosen Kreislauf. Wenn man verbessert um des Verbesserns willen.
Und es ist klar, warum das passiert. Denn der Launch steht bevor. Und dann erfährst du, ob deine Hypothese einschlägt oder nicht. Was, wenn es ein neues Einhorn ist? Was, wenn es niemand braucht und du deine Zeit verschwendet hast?
Und so entsteht ein Schrödinger-Produkt. Solange du es nicht launchst, weißt du nicht, ob es ein Erfolg oder ein Misserfolg wird. Also verbesserst du es endlos und tust alles, um ja nicht zu starten.
In diesem weichen, bequemen Kokon der Unwissenheit zu bleiben, ist auch eine Wahl. Aber nicht meine. Besser starten, scheitern, durchatmen und das nächste Projekt beginnen, als ewig zwischen Verbesserungswahn und der Angst, die Wahrheit zu erfahren, zu schweben.
Puh, das musste raus, fühle mich sogar erleichtert. Ich werde den Post wohl anpinnen und jedes Mal lesen, wenn ich spüre, dass ich wieder in diesen Zustand verfalle.
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