Ein weiterer Faktor, der die Entwicklung der Weinkategorie in Russland behindert, ist die uneinheitliche Fiskal- (Verbrauchsteuer-) Politik. Wein kann sich nicht entwickeln, wenn eine Flasche normalen russischen Basisweins genauso viel kostet wie eine Flasche normalen Basisgins.
Bei uns denken viele Käufer immer noch in „Grad pro Rubel“ und das ist ihnen wichtig.
Dabei geht es jetzt nicht nur um den Konsum, wenn die Leute nach einem Weg suchen, „sich zu betäuben“, sondern auch um den Konsum, wenn die Leute nach Begleitung für abendliche Treffen mit Freunden und anderen Anlässen suchen, dabei aber ein Budget haben, das weit über dem Basisniveau liegt.

Zum Vergleich: In der schwedischen Staatsmonopolgesellschaft Systembolaget kostet die günstigste Flasche lokalen Gins (0,7 l) 209 schwedische Kronen (1700 Rubel), und Gin, den man genießen kann und nicht sich selbst wegen des schwedischen Klimas und der Nachrichten von der Straße zerstören muss, kostet ab 329 Kronen für 0,5 l (2700 Rubel).
Eine Flasche normalen Vinho Verde kann zu dieser Zeit 78 Kronen (630 Rubel) kosten, plus im Gegensatz zu Gin ist dies kein lokales Produkt und es fallen zusätzliche Logistikkosten an.

Das heißt, anstatt einer Flasche Basisgin kann man fast drei Flaschen Wein kaufen, und anstatt einer edleren Version fast fünf Flaschen.
Im benachbarten, reicheren Norwegen sind die Preise im lokalen Monopol anders, aber die Proportionen ähnlich: Eine Flasche lokalen Gins kostet 298 norwegische Kronen (2400 Rubel), eine Flasche desselben Vinho Verde kostet 115 Kronen (927 Rubel).
In Deutschland, wo es kein Staatsmonopol gibt, kostet er 5 Euro.


Bei uns ist das Verhältnis praktisch 1:1, und diese Situation motiviert viele Käufer, den Alkoholgehalt zu wählen, nicht die Zeremonie.
Und das habe ich mit Gin verglichen, nicht mit Wodka.

Wenn wir als Referenz nicht russischen Wein nehmen, sondern eine Flasche desselben importierten Vinho Verde nach Russland, dann liegt der Preis im Regal zwischen 1600 und 1900 Rubel.

Es ist klar, dass die Zeiten nicht gerade üppig sind, und ich vergleiche bewusst nicht das Einkommensniveau in allen genannten Ländern, aber solange eine Flasche Wein in Russland preislich nicht gegen Spirituosen gewinnt, bleiben die Gespräche über die Entwicklung der Weinkultur weitgehend eine Deklaration und ein ewiger Plan.
Wenn der Staat wirklich daran interessiert ist, einen bewussteren und moderateren Konsum zu fördern, dann sollte Wein für den Käufer nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich eine offensichtlichere und vernünftigere Wahl sein.