
Anthropic hat frische Forschung zu den Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt veröffentlicht
Spoiler: Programmierer stehen bei der Automatisierung an erster Stelle.
Die Forscher führten die Metrik observed exposure ein – die tatsächliche, durch Logs bestätigte Nutzung von KI für Arbeitsaufgaben.
Und siehe da, der absolute Spitzenreiter unter allen Berufen sind Computerprogrammierer. Bei uns deckt KI tatsächlich 74,5 % der Aufgaben ab. Und der häufigste automatisierte Anwendungsfall in der gesamten Wirtschaft ist „Schreiben, Aktualisieren und Warten von Softwareprogrammen“.
Scheinbar Zeit, die Koffer zu packen und in die Fabrik zu gehen?
Nicht ganz.
1️⃣ Massenentlassungen gibt es nicht.
Laut Statistik ist die Arbeitslosenquote unter hochgradig exponierten Fachkräften seit Ende 2022 nicht gestiegen. Wenn du bereits ein sicherer Mid-Level- oder Senior-Entwickler bist, wird dich die KI nicht entlassen. Sie macht dich um ein Vielfaches produktiver.
2️⃣ Die Einstellung von Junioren ist jedoch vorbei.
Anthropic hat sich die Statistik für junge Fachkräfte (22–25 Jahre) in Berufen mit hoher KI-Durchdringung angesehen. Und dort wurde ein Einbruch verzeichnet: Die Wahrscheinlichkeit, nach der Einführung von ChatGPT einen neuen Job zu finden, ist um 14 % gesunken. In Berufen, in denen KI nicht anwendbar ist, verläuft die Einstellung dagegen stabil.
Was sagt uns das? 🤔
Die KI ersetzt nicht den Tech-Lead. Die KI ersetzt die Notwendigkeit, unter einem Tech-Lead ein Team von Junioren einzustellen, die Boilerplate, Tests, Formulare und grundlegende CRUDs schreiben.
Die Einstiegshürde in die Programmierung ist in die Stratosphäre geschossen. Für Unternehmen lohnt es sich nicht mehr, Ihre sechsmonatige bis einjährige Einarbeitung auf Firmenkosten zu bezahlen, Fehler zu tolerieren und banalen Code zu reviewen. Claude oder Copilot liefern Junioren-Code sofort, verlangen keine Krankenversicherung, brennen nicht aus und gehen nicht nach einem Jahr für das Doppelte des Gehalts.
Die Schlussfolgerung ist denkbar einfach.
Wenn du bereits in der Branche bist und immer noch grundsätzlich keine KI im täglichen Arbeitsleben nutzt – dann bist du dir selbst der böseste Pinocchio. Du verzichtest einfach auf legale Dopingmittel, während Kollegen ihre Arbeit beschleunigen.
Und wenn du gerade erst einsteigen willst – vergiss die Strategie „Ich lerne die Python-Syntax und gehe als Praktikant“. Du wirst jetzt nicht mehr mit anderen Kursabsolventen konkurrieren, sondern mit einer Maschine, die bereits 74 % der Routineaufgaben übernommen hat. Du wirst deine Karriere auf einem Niveau beginnen müssen, das noch vor ein paar Jahren von starken Mid-Level-Entwicklern verlangt wurde.
Lernen ist schwieriger geworden. Arbeiten macht mehr Spaß. 🌝
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