
Einstellung ist immer noch kaputt. Wie damit leben? Teil 2
6. Der ideale Lebenslauf umfasst 3 Seiten.
Ich habe in meinem Leben Lebensläufe gesehen, die eine Seite lang waren, und solche, die dreißig Seiten (naja, das ist verrückt) umfassten, in denen alles bis hin zum Sieg beim „Russischen Bären“ in der Grundschule aufgeführt war.
Wenn Ihr Lebenslauf das ATS passiert hat, kommt ein echter Mensch ins Spiel. Von 4000 Bewerbungen haben vielleicht 1000 oder zumindest 100 den Recruiter erreicht. Das zu lesen ist schon einfacher, aber nicht viel. Niemand wird jeden Absatz genau lesen – sie werden nur diagonal überflogen.
Deshalb setzen wir das Wichtigste an den Anfang, das Unwichtigste (z. B. Ausbildung und Kurse) ans Ende. Über den „Russischen Bären“ schreiben wir gar nicht. Die letzte Berufserfahrung beschreiben wir detailliert, die vorherige weniger detailliert, die nächste noch kürzer und so weiter, um auf drei Seiten zu passen.
Weniger ist erlaubt. Mehr ist nicht nötig. Diese Regel gilt auch, wenn Sie 50 Jahre Berufserfahrung haben.
7. Der Lebenslauf ist kein Arbeitsbuch
Schock-Content: Viele schreiben im Lebenslauf genau das, was im Arbeitsbuch steht, obwohl dieses oft überhaupt nicht den tatsächlichen Inhalt der Arbeit widerspiegelt. Das Arbeitsbuch und die daraus gewonnenen Informationen werden vom Finanzamt und der Sozialversicherung benötigt, aber nicht vom Arbeitsmarkt.
Bei einer Freundin von mir stand im Arbeitsbuch zum Beispiel einfach „Spezialist“, aber tatsächlich war sie Frontend-Entwicklerin und entwickelte Frontend-Anwendungen in JavaScript. Deshalb schreiben wir im Lebenslauf, was Sie tatsächlich waren, nicht wie Sie auf dem Papier eingestuft wurden. Zumal die Praxis zeigt, dass die Eintragungen im Arbeitsbuch oft chaotisch sind.
Das Gleiche gilt für den Arbeitsort. Kannten Sie die Firma OOO „Oblatschnye Technologii“? Ich kannte sie vorher nicht. Dabei handelt es sich um cloud.ru, eine Tochtergesellschaft der Sberbank.
In Ihrem Arbeitsbuch kann alles Mögliche stehen. Wenn Sie tatsächlich in der Struktur einer Unternehmensgruppe gearbeitet haben, ist es im Lebenslauf sinnvoller, die Gruppe anzugeben. Den Namen der konkreten Tochtergesellschaft können Sie in Klammern setzen, um den Leser nicht zu verwirren. Das verleiht Ihrem Lebenslauf mehr Gewicht, ohne die Fakten zu verfälschen.
8. Nicht nur auf Jobportalen suchen
Ich habe oben bereits geschrieben, dass etwa die Hälfte aller Stellenanzeigen gar nicht auf Jobportalen veröffentlicht wird. Wenn Sie also nur dort suchen, verlieren Sie automatisch bis zu 50 % der Möglichkeiten.
Sie können und sollten auch über berufliche Netzwerke – Interessengemeinschaften gibt es in jedem Bereich –, über die Websites der Unternehmen selbst, z. B. Sber), über Networking und andere Wege nach Arbeit suchen.
9. KI bei der Arbeit nutzen
Schlagen Sie den Arbeitgeber mit seinen eigenen Waffen!
Es ist wichtig, ein hohes Tempo bei den Bewerbungen beizubehalten. Aber Bewerbungen ohne Anschreiben sind oft zum Scheitern verurteilt. Gleichzeitig jedes Anschreiben von Hand zu schreiben, jedes Mal die Stellenanzeige genau zu lesen und zu versuchen zu verstehen, was der Arbeitgeber genau will, bedeutet, das Tempo zu verlieren.
Deshalb geben Sie Ihren Lebenslauf und den Text der Stellenanzeige in die KI, bitten Sie sie, auf dieser Grundlage ein Anschreiben zu erstellen, und korrigieren Sie es dann von Hand, geleitet vom gesunden Menschenverstand. So können Sie das Tempo halten, ohne an Qualität zu verlieren.
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Aber das sind alles Ratschläge für erfahrene Arbeiter, die schon oft vom Unternehmensleben gebeutelt wurden. Für diejenigen, die bereits Erfahrung, Siege und Niederlagen, Narben und Schmerzen im Hintern haben. Was aber ist mit Studenten, Anfängern und frischgebackenen Absolventen, die nur von Begeisterung getrieben sind? Dazu in den nächsten Beiträgen.
Welche Tipps nehmen Sie mit in die Arbeit und welche sind völliger Unsinn?
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