Ich finde, er zeigt sehr gut eine Falle, in die viele Menschen tappen.
Einerseits ist die Logik sehr verständlich.
Wenn mit mir etwas nicht stimmt → dann ist es eine Krankheit. Wenn es eine Krankheit ist → muss ich zum Arzt und mich untersuchen lassen.
Ich würde auch damit beginnen.
Aber wenn nach den Untersuchungen und Analysen alles normal ist, gerät man in eine kognitive Sackgasse:
„Wie kann das sein?“
Mir ist ein Detail aufgefallen.
In dieser Nachricht geht es um Hormone, Zucker, Ultraschall, Endokrinologen.
Aber es wird nicht darüber gesprochen, was jeden Tag passiert: wie die Ernährung aussieht, ob genug Bewegung da ist, wie man schläft, ob man Alkohol trinkt, ob es andere Gewohnheiten gibt, die ebenfalls Gewicht und Wohlbefinden beeinflussen können.
🔜Und dann beginnt die nächste Suche.
Soll ich noch andere Hormone testen lassen? Einen anderen Arzt finden?
Liegt es vielleicht an der Genetik? Am Alter? Am langsamen Stoffwechsel?
Manchmal lohnt es sich wirklich, tiefer zu graben. Aber wenn Ärzte Krankheiten bereits ausgeschlossen haben, kann die Suche nach Antworten nur in Analysen in eine Sackgasse führen.
🔜 In der Psychologie nennt man diese Art, Geschehnisse zu erklären, externen Kontrollort. Wenn es scheint, dass die Ursache des Problems außerhalb liegt, also in Analysen, Hormonen, Genetik, kaputtem Stoffwechsel.
Und hier übersehen wir oft das, worauf wir wirklich täglich Einfluss nehmen können.
Oft erweisen sich schlechtes Befinden, erhöhter Blutdruck und viele andere Veränderungen nicht als Ursache der Gewichtszunahme, sondern als deren Folge oder als Folge des Lebensstils.
🔜Mir ging es selbst auch so.
Als die Jeans nicht mehr passten und die verhassten Rettungsringe auftauchten, dachte ich: na gut, das Alter. Der Stoffwechsel ist nicht mehr derselbe, das Alter ist gekommen. (Falls es jemanden interessiert, ich war 25.)
Ich sah nicht, dass ich öfter Bier trank und dazu Chips, Nüsse und Würstchen aß. In meinem Kopf hatte das überhaupt nichts damit zu tun, dass die Jeans zu klein wurden. Na klar, der Stoffwechsel war kaputt, ja)
Ich glaube, wir suchen oft nach komplizierten Erklärungen, wenn es sich zunächst lohnen würde, auf die alltäglichen Dinge zu schauen.
Hatten Sie etwas Ähnliches? Als sich später herausstellte, dass die Ursache ganz woanders lag, als Sie zunächst suchten?
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