



Kürzlich erschien ein sehr interessantes Material AI at Work von der Firma BCG – einem der größten Beratungsunternehmen der „Big Three“. Fast 12.000 Arbeitnehmer weltweit wurden befragt. Wie der Titel schon sagt, befasst sich der Bericht mit Fragen rund um KI in Arbeitsabläufen im Jahr 2026. Ich habe die Thesen von BCG mit eigenen Kommentaren ergänzt, aber für meine neugierigsten Leser hinterlasse ich das PDF mit dem Original in den Kommentaren.
📌 Geschäftswert und Mitarbeiterinteressen bei der Arbeit mit KI sind KEINE sich gegenseitig ausschließenden Aufgaben und werden von denselben Faktoren bestimmt.
Zwei Drittel der Mitarbeiter gaben an, dass sie nach der Einführung von KI mehr Freude an der Arbeit haben. Laut BCG „helfen dieselben Maßnahmen, die dem Unternehmen nützen, auch den Mitarbeitern, erfolgreich zu sein“. Das ist durchaus logisch: KI nimmt Routineaufgaben ab und gibt dem Mitarbeiter mehr Zeit für komplexe und kreative Aufgaben. Die Produktivität jedes einzelnen Mitarbeiters steigt, was sich positiv auf die Geschäftsergebnisse auswirkt.
📌 KI-Agenten sind schnell von einem Konzept zur Realität geworden, aber die organisatorischen Prozesse halten nicht Schritt.
Fast 84% der Befragten kennen KI-Agenten, also KI-Systeme, die ohne menschliches Zutun handeln können. Nur 30% (gegenüber 13% im Jahr 2025) gaben an, dass Agenten in ihre Geschäftsprozesse integriert sind. Gleichzeitig erwarten 61% der Befragten, dass KI-Agenten innerhalb von drei Jahren die Hälfte ihrer Arbeit erledigen können. „An der Basis“ spürt man das Potenzial, aber es ist noch nicht realisiert.
📌 KI ist kein Werkzeug mehr für eine ausgewählte Gruppe von Technikfreaks und ist in die breite Masse vorgedrungen.
Früher nutzten fortschrittliches Top-Management, Analysten und IT-Spezialisten KI-Tools. Heute ist sie ein fester Bestandteil des Lebens einfacher sterblicher Arbeitnehmer geworden – 74% der „Angestellten“ nutzen regelmäßig KI-Tools in ihrer Arbeit, das sind 23 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2025. Am häufigsten wird KI in IT, Marketing, Finanzen, Analytik, Compliance und HR eingesetzt.
Übrigens sparen 42% der Mitarbeiter, die KI regelmäßig nutzen, durch diese Tools einen ganzen Arbeitstag pro Woche. Dabei wissen 66% von ihnen nicht, was sie mit der freigewordenen Zeit anfangen sollen 🤡. Daraus ergibt sich die nächste, wichtigste Schlussfolgerung.
📌 Das Hauptproblem heute liegt nicht in der Technologie, sondern im beschissenen Management.
Nur ein Drittel der Mitarbeiter glaubt, dass die Führung sie klar über die KI-Einführungsstrategie informiert. Nur 36% der Mitarbeiter fühlen sich ausreichend auf die Arbeit mit KI vorbereitet, und dieser Wert hat sich seit 2025 nicht verändert.
KI hat die moderne Arbeit völlig verändert: wie ein Mitarbeiter seinen Tag verbringt, welche Aufgaben er wie erledigt, wie seine Arbeit bewertet wird und vieles mehr. Man sollte nicht manisch KI-Tools in alle Prozesse stopfen, nur weil es modern ist. Man muss Arbeitsabläufe systematisch umgestalten und neue Geschäftsmodelle schaffen. Im Jahr 2026 gingen nur 42% der Unternehmen systematisch an diese Frage heran, während es 2025 noch halb so viele waren – 22%. Das ist alarmierend. Daher:
📌 Eine klare Strategie ist wichtiger als Werkzeuge für nachhaltige Entwicklung und Geschäftseffekt.
Eines der Ergebnisse von BCG: „Mitarbeiter, die klare Anweisungen bei der Arbeit mit KI erhalten, arbeiten viel besser als diejenigen, die Zugang zu einer größeren Anzahl von Werkzeugen haben.“ Die „Ledersäcke“ sind immer noch der entscheidende Erfolgsfaktor.
Man muss mit den Menschen arbeiten: schulen, anpassen, den Wert von Entscheidungen vermitteln, die Methodik zur Bewertung ihrer Arbeit ändern, Arbeitsabläufe ändern. Beziehen Sie die Mitarbeiter in die Diskussion über die Neugestaltung der Arbeit ein, berücksichtigen Sie ihre Erfahrungen und Visionen. Geben Sie klar an, in welche Richtung sich das Unternehmen bewegt, und stellen Sie sicher, dass alle, einschließlich der einfachen Mitarbeiter, dies verstehen. Daher:
📌Betrachten Sie die KI-Transformation nicht als ein Projekt mit einem Endziel, sondern als einen neuen Prozess, der gemanagt werden muss.
Technologien entwickeln sich schneller als wir selbst, daher führen Sie ein flexibles Managementsystem ein, das es ermöglicht, regelmäßig zu testen und zu überprüfen, was funktioniert und was nicht, den Wert und die Ergebnisse zu bewerten und das Unternehmen mit der Entwicklung der KI zu verändern.
Die Einführung von KI ist nur zu 20% eine technische Aufgabe, zu 80% jedoch Change Management und Arbeit mit menschlichen Seelen. Das wird ständig vergessen.
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