




Am 17. Juli fand das "Petersburger Digitalforum" statt, wo ich gleich an zwei großen Panel-Diskussionen als Experte der Sber teilnahm. Beide waren dem Finanzmarkt und der KI gewidmet, betrachteten deren Transformation jedoch aus unterschiedlichen Blickwinkeln:
📌"Wie Banken, Fintechs und Marktplätze Daten zu Geld machen"
📌"KI und Geld. Wie Algorithmen den Finanzmarkt verändern"
Im ersten Panel diskutierten wir – überraschenderweise – Daten. Es ging um ihre Qualität und ihren Wert sowie um die Möglichkeiten der Datenweitergabe zwischen Marktteilnehmern. Dabei wurden zwei besonders interessante Thesen aufgestellt.
1. Ein erheblicher Teil der Daten fällt unter das 152-Föderalgesetz, auch wenn sie formal anonymisiert sind, da der Nutzer anhand einer Gesamtheit indirekter Merkmale dennoch identifiziert werden kann. Dies schränkt die Möglichkeiten der Erhebung und erst recht der Weitergabe von Daten zwischen Marktteilnehmern ein – und damit auch die Entwicklung der heimischen KI.
2. Ein Redner äußerte die Meinung, dass die Menge verfügbarer Daten begrenzt sei und sie praktisch bereits „aufgebraucht“ seien, was ebenfalls die Entwicklung der KI in Russland bremsen könnte. Beispielsweise sei das Korpus russischsprachiger Texte dem Umfang nach dem englischsprachigen oder chinesischen vielfach unterlegen. Allerdings stimmten nicht alle Experten dieser These zu.
Die zweite Diskussion war dem Einfluss der KI auf den Finanzmarkt gewidmet. Es wurde erörtert, welche Anwendungsfälle bereits einen messbaren Geschäftseffekt bringen und welche noch teure Experimente bleiben. Wo kann man Algorithmen bereits die eigenständige Entscheidungsfindung anvertrauen, und wo ist die Beteiligung des Menschen weiterhin zwingend erforderlich?
Ihre Sichtweise und Erfahrungen teilten ernsthafte Vertreter des Finanzmarktes – natürlich neben der Sber. Darunter der stellvertretende Vorstandsvorsitzende für Informationssicherheit der PJSC „Moskauer Börse“ Sergej Demidow und der Strategiedirektor der GC „Finam“ Jaroslaw Kabakow.
Die Diskussion war sehr hitzig, aber dennoch positiv!
Übrigens wird sich einer der nächsten Beiträge genau dem Thema des KI-Einsatzes auf den Finanzmärkten widmen.
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