Ich bin auf einen interessanten Kanal über die Gründung und Entwicklung von Startups abonniert. Ich lese ihn mit Vergnügen, denn der Autor schreibt saftig, geschmackvoll und häufig.
Und dann stoße ich in den Kommentaren auf eine Anschuldigung, dass die Beiträge angeblich mit KI geschrieben werden. Und als unwiderlegbarer Beweis wird das Vorhandensein von langen Gedankenstrichen angeführt.
Lange Gedankenstriche, Karl!
Na gut. Es gibt genug Verrückte und Ungebildete im Internet. Habe gelacht. Vergessen.
Aber je weiter, desto häufiger höre ich diesen Take. Dass, wenn lange Gedankenstriche oder – Gott bewahre! – Anführungszeichen („Gänsefüßchen“) vorkommen, dies ein 100%iger Marker für KI-generierten Text sei. Normale Menschen würden so nicht schreiben.
Nein, ich verstehe alles – die Ära des Clip-Denkens und der Kommunikation mit Emojis, aber wie kommt es, dass das Befolgen typografischer Regeln jetzt ein Bug und kein Feature ist?
Es scheint, dass man, um nicht beschuldigt zu werden, KI zu nutzen, absichtlich die Regeln ignorieren muss? Was kommt als Nächstes – absichtlich Fehler in der Zeichensetzung machen und Rechtschreibfehler hinterlassen?
Nun, dann sind wir nicht weit von der Rückkehr der olbanischen Sprache der Nullerjahre entfernt.
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