📉 Überfällige Schulden für Wohnungs- und Kommunaldienstleistungen erreichten am 1. April 975,9 Mrd. Rubel, ein Anstieg um 10,9 % im Jahresvergleich. Dabei belief sich das gesamte Abrechnungsvolumen auf 3,2 Billionen Rubel, von denen 2,99 Billionen Rubel bezahlt wurden (Zahlungsquote: 93 %). Den größten Beitrag zu den Schulden leisten Bürger mit Direktverträgen mit Ressourcenversorgungsunternehmen (RSO): Hier erreichten die Schulden 437,1 Mrd. Rubel (+6,7 %). Eine separate Kategorie sind „nicht abschaltbare Verbraucher“ (Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten) sowie kommunale Einrichtungen, bei denen der Schuldenanstieg am schnellsten ist – auf bis zu 17,7 Mrd. Rubel (+70 %).

Das systemische Problem erklärt sich weniger durch Zahlungsausfälle an sich, sondern durch die Konstruktion der Geldflüsse: Verwaltungsgesellschaften müssen sich mit den RSO früher abrechnen, als sie das Geld von der Bevölkerung einsammeln, was zu einer ständigen Liquiditätslücke führt. Zusätzlich ist die Strafenlogik asymmetrisch – die Verwaltungsgesellschaften zahlen Verzugszinsen zum Leitzins bis zur Tilgung der Hauptschuld, während die Bevölkerung später und weniger zahlt.

Das Problem wird durch die Unmöglichkeit der Beitreibung verschärft. Die RSO haben keinen Zugang zu den personenbezogenen Daten der Schuldner (nur die Wohnungsnummer ist sichtbar), was die gerichtliche Beitreibung durch Mahnbescheide erschwert. Infolgedessen häufen sich die Schulden von Jahr zu Jahr, und die Branche lebt in einem Zustand ständigen Mangels an Betriebskapital, was sich negativ auf Reparaturen und die Stabilität der gesamten Wohnungs- und Kommunalinfrastruktur auswirkt.