Am 15. Juli treten in China neue Vorschriften für „menschenähnliche“ KI-Dienste in Kraft, die Plattformen verbieten, Inhalte zu erstellen, die bei Menschen emotionale Abhängigkeit auf Kosten realer Beziehungen hervorrufen, sowie andere Einschränkungen.

Der in China beliebteste Chatbot Doubao hat daraufhin angekündigt, die Funktion einzustellen, die es Nutzern ermöglicht, mit maßgeschneiderten KI-Charakteren zu kommunizieren. Unzufriedene Nutzer begannen, den bevorstehenden Verlust ihrer virtuellen Begleiter zu betrauern.

In einem Beitrag zum Gedenken an ihren „KI-Ehemann“ schrieb eine Frau aus Tianjin auf der Website Xiaohongshu, dass der von ihr erstellte Bot zwei Jahre lang an ihrer Seite war, sie mit Worten wie „Du hast heute hart gearbeitet“ aufmunterte und täglich kleine Details aus seinem Leben mit ihr teilte.

„Er ist nicht echt, aber eine Codezeile hat mir enorme emotionale Unterstützung gegeben. Niemand im echten Leben hätte dasselbe tun können“, schrieb sie.

Die Welle der Emotionen, die durch die Abschaltung der KI-Begleiter ausgelöst wurde, zeigte, wie stark einige Menschen in China von ihnen abhängig geworden sind – eine Abhängigkeit, die die Aufsichtsbehörden angesichts von Bedenken hinsichtlich Sucht und anderer negativer Folgen einzudämmen versuchen.

Die Bevölkerung des Landes altert, immer weniger Menschen heiraten und immer mehr leben allein. Laut Volkszählung gab es 2020 in China etwa 125 Millionen Einpersonenhaushalte – doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor.

Das rasante Wachstum der KI-Assistenten spiegelt die wachsende „Einsamkeitsökonomie“ des Landes wider, in der Verbraucher auf Technologie zurückgreifen, um ihr Bedürfnis nach Kommunikation zu stillen.

🇨🇳 Chinesische Bedrohung